Hier sind alle Artikel mit der Verschlagwortung Vollbüttel aufgeführt.
  • Gewerbegebiet an Peiner Landstraße: Grünes Licht für Erweiterung

    Gewerbegebiet an Peiner Landstraße: Grünes Licht für Erweiterung

    Ribbesbüttel: Bauausschuss beschäftigt sich auch mit Heerstraße und Klein Vollbüttel

    Von Ron Niebuhr

    Ribbesbüttel. Grünes Licht für die Erweiterung des Gewerbegebietes an der Peiner Landstraße gab der Bauausschuss der Gemeinde Ribbesbüttel am Mittwochabend. Weitere Themen waren die Verkehrsbelastung in der Heerstraße und Verkehrsberuhigung in Klein Vollbüttel.

    Der Braunschweiger Planer Hermann Schütz erläuterte dem Ausschuss und Zuhörern die Eckpunkte der Erweiterung des Gewerbegebietes. Demnach soll das nördlich der Landesstraße 320 (Peiner Landstraße) bestehende noch recht überschaubare Gewerbegebiet nach Norden um 3,5 Hektar vergrößert werden. Die Erschließung erfolgt über die Straße Am Sandberg mittels einer Stichstraße, die in einem Wendehammer endet. Eine Notzufahrt ist über einen östlich gelegenen Wirtschaftsweg vorgesehen. Die Erweiterung wird ringsum begrünt, um sich besser ins Landschaftsbild einzufügen.

    2022 09 16 AZ RB Gewerbegebiet

    Es geht voran: Ribbesbüttels Bauausschuss empfahl einstimmig, das bestehende Gewerbegebiet an der Peiner Landstraße zu erweitern. Foto: Ron Niebuhr

    Zulässig sei es gemäß Bebauungsplan, die Grundstücke zu 60 Prozent zu bebauen. Oberflächenwasser müsse allerdings darauf versickern. Nicht erlaubt sei Gewerbe, das starke Kundenströme verursache, etwa Einkaufsmärkte. Ausgleichsflächen für den Eingriff in die Landschaft würden nahe Hillerse ausgewiesen, unter anderem gehe es um die Umsiedlung von Feldlerchen, sagte Schütz. Hinsichtlich des Brandschutzes habe die Gemeindefeuerwehr darauf hingewiesen, dass die vom Wasserverband Gifhorn in Aussicht gestellten 78 Kubikmeter Wasser pro Stunde für die Löschwasserversorgung unzureichend seien. Doppelt so viel sei nötig. „Es muss jetzt noch geklärt werden, wie das zu leisten ist“, sagte der Planer. Etwa mittels einer Zisterne oder aus den nahegelegenen Klärteichen.

    Die LSW habe erklärt, das Gewerbegebiet nicht mit Gas versorgen zu wollen, führte Schütz weiter aus. Das sei kein Problem, erwiderte Buske: „Alle Interessenten kommen laut Investor ohne Gas aus.“ Als Knackpunkt könnte sich eine womöglich erforderliche Linksabbiegespur auf der L 320 erweisen, sofern dort mehr als 20 Fahrzeuge pro Stunde links abbiegen wollen. Planer Schütz rechnete aber damit, deutlich unter diesem Grenzwert zu bleiben, zumal die Mehrzahl der Fahrzeuge von der B 4 kommend das Gewerbegebiet ansteuert und folglich rechts abbiegt. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für den Satzungsbeschluss aus.

    Durchgangsverkehr kürzt in Ribbesbüttel zwischen Masch und Peiner Landstraße gern durch die Heerstraße ab, statt die Dorfstraße zu nutzten. Das ist den Anwohnern ein Ärgernis, denn ausgelegt ist die Tempo-30-Zone weder für Begegnungs- noch für Schwerlastverkehr. Sie fordern die Einrichtung einer unechten Einbahnstraße, sprich eine Straße, in die man zwar von einer Seite nicht einfahren darf, auf der Fahrzeuge aber in beiden Richtungen fahren dürfen. Bürgermeister Hans-Werner Buske erläuterte, dass der Landkreis mündlich sein Okay dazu verweigert habe.

    Möglich wären demnach noch eine echte Einbahnstraße und eine Sackgasse. Welche Empfehlung der Landkreis abgebe, erfahre man erst Ende Oktober. Dann wolle zudem das Planungsbüro Warnecke aufzeigen, wie die Heerstraße im Rahmen der Dorferneuerung zur Verkehrsberuhigung baulich verändert werden könnte, sagte Buske. Offen ist vorerst auch noch, wie man mit den Bushaltestellen in Ausbüttel Siedlung an der Bundesstraße 4 verfährt. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr möchte den doch sehr kostspieligen barrierefreien Ausbau der Gemeinde überlassen und würde dieser im Gegenzug erlauben, den Teilabschnitt der B 4 als innerorts auszuweisen. Ein Gespräch dazu sei für 20. September geplant, sagte der Bürgermeister.

    Wer aus Warmbüttel kommend nach Klein Vollbüttel hinfährt, braucht bisher nicht vom Gas zu gehen. Dort ist – mangels anders lautender Beschilderung – aktuell Tempo 100 erlaubt, aus der Gegenrichtung nur Tempo 50. Zum Ärger der Anwohner schöpften vor allem Beschäftigte von Paketdiensten die zulässige Höchstgeschwindigkeit voll aus, sagte Buske. Dem will die Gemeinde jetzt einen Riegel vorschieben, indem Klein Vollbüttel komplett zur Tempo-30-Zone erklärt wird. Der Ausschuss stimmte dem geschlossen zu.

    Bürgermeister Hans-Werner Buske berichtete zudem, dass der Landkreis Gifhorn mit Auflagen ein Halteverbot für den Birkenweg erlassen habe – auf der Nordseite gilt es eingeschränkt, auf der Südseite absolut bis zum Parkplatz am Gemeindezentrum. Dadurch soll Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr die Ausfahrt aus dem Gerätehaus erleichtert werden.

    Als nicht hinnehmbar empfand Hella Klinge (SPD), dass Schulkinder in Vollbüttel weiterhin direkt an der Landesstraße 320 auf einem schmalen Grünstreifen stehend auf den Bus warten müssen. Eine Lösung wäre, dass der Bus wie früher einmal in den Ort abbiegt und die Kinder dort zusteigen: „Aber das lehnt die VLG ab, weil es fünf Minuten länger dauern würde“, sagte Buske. Er habe Landrat Tobias Heilmann darüber informiert in der Hoffnung, dass dieser die VLG umstimmen kann.

    16.09.2022  AZ

     

  • Gifhorns Reservisten diskutieren über den Ukraine-Krieg

    Gifhorns Reservisten diskutieren über den Ukraine-Krieg

    Reiner Silberstein

    Vollbüttel.  Wegen Corona gab es am Samstag statt Neujahrsempfang nach mehr als zwei Jahren Pause ein Sommerfest – am und im Raiffeisengebäude in Vollbüttel.

    Als sich der Verband der Reservisten der Deutschen BundeswehrKreisgruppe Südheide das letzte Mal im Januar 2020 zum Neujahrsempfang trafen, ahnte noch niemand, was das Hauptthema des nächsten Treffens sein würde: die Ukraine. Wegen Corona gab es am Samstag statt Neujahrsempfang nach mehr als zwei Jahren Pause ein Sommerfest– am und im Raiffeisengebäude in Vollbüttel.

    Rund 70 Mitglieder lauschten bei Grill- und Bierlaune den Worten des Landesvorsitzenden, Oberst Manfred Schreiber: „Jeder von uns hofft, dass Putin bald klein beigibt. Er hinterlässt nur verbrannte Erde.“ Schreiber rechnete vor, was der massenhafte russische Einsatz von Granaten bedeutet: „Man schätzt rund 500 Tote pro Tag“ – allerdings beidseits der Front.

    2022 07 09 GR VB Reservisten

    Die Reservisten-Kreisgruppe Südheide ehrte während des Sommerfestes ihre Mitglieder. Foto: Reiner Silberstein

    Beschaffungssystem, das noch aus den 60er Jahren

    Warum gibt der Bund der Ukraine nicht einfach viel mehr schwere Waffen? „Wir haben ein Beschaffungssystem, das noch aus den 60er Jahren stammt“, so Schreiber. „Wenn du etwas haben willst, dauert das sechs Jahre.“ Beim Leopard-Panzer II sogar sieben. Rheinmetall produziere zwar täglich einen Panzer, habe aber vorwiegend Aufträge aus dem Ausland zu erfüllen – „wir haben ja über Jahre nichts abgenommen.“

    Torsten Schöne, Stabsfeldwebel sowie erster Stellvertreter der Reservisten-Kreisgruppe und Vorsitzender der Reservisten-Kameradschaft der Samtgemeinde Isenbüttel, hatte das jüngste Treffen organisiert. Auch er hofft, dass der Krieg in der Ukrainebald vorbei ist und möglichst wenige zivile Opfer fordert: „Die Russen haben dort nichts zu suchen.“

    Panzerhaubitze 2000 trifft nur mit Radarhilfe

    Mit der reinen Übergabe von hoch technisierten Waffensei es aber nicht getan, weiß er: „Das macht keinen Sinn, wenn die Leute nicht daran ausgebildet sind.“ Das dauere mindestens sechs Wochen. Um zum Beispiel mit der Panzerhaubitze 2000 zu treffen, brauche es auch jemanden, der mit dem Radar sich bewegende Zieleausmacht und erkennt. Denn auf Sicht gehe da so gut wie nichts.

    Vier Mitglieder wurden in Vollbüttel geehrt: Peter Evers erhielt die Ehrennadel des Landesverbands in Bronze, Sascha Neber und Christian Gerloff bekamen die Kreisnadel in Bronze, Manuel Schild den Adler-Wanderpokal.

    GR 12.07.2022

  • Isenbütteler Verwaltung soll Frauen mehr fördern

    Isenbütteler Verwaltung soll Frauen mehr fördern

    Die Gleichstellungsbeauftragte sagt Ratsmitgliedern, dass es noch reichlich zu tun gibt

    Reiner Silberstein

    Isenbüttel Die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Isenbüttel, Marike Bebnowski, führte den Ratsmitgliedern bei Vorstellung ihres Gleichstellungsplans vergangene Woche vor Augen, dass es auch in ihrer Kommunalverwaltung noch reichlich zu tun gibt: „Immer noch gibt es viel mehr Männer in den höheren Entgeltgruppen.“

    Sie brachte aber auch Lösungsvorschläge mit. So solle bei künftigen Bewerbungsverfahren der Fokus auf Frauen gelegt werden. „In Führungspositionen sollte auch Teilzeit-Sharing möglich sein“ – warum sollten sich zum Beispiel nicht zwei Menschen eine Führungsposition teilen, die beide nicht volle Stundenzahl arbeiten?

    Um Job und Familie künftig noch besser unter einen Hut zu bekommen, regte Bebnowski an, unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ruhig einmal eine anonyme Befragung zu machen, um Ideen dafür zu sammeln. Obendrein könne die Verwaltungsspitze Frauen auch durch einen Talente-Pool fördern.

    Beim Thema gendergerechte Sprache im Rathaus bat allerdings Hans-Werner Buske, es „nicht zu übertreiben“. Eine Unterscheidung zwischen „Kolleginnen und Kollegen“ sei seiner Ansicht nach überflüssig, weil die Mehrzahl ohnehin schon alle Geschlechter mit einschließe, gegebenenfalls aber Diverse ausschließe.

    Der Wiederwahl des Ersten Samtgemeinderats Jürgen Wisch steht im September nichts entgegen – seine Amtszeit endete sonst im März 2023. Nun verzichtete der Rat einstimmig auf eine Ausschreibung seiner Position. Bürgermeister Jannis Gaus begründete das so: „Wir ergänzen uns gut. Für viele hier ist er eine vertrauensvolle Instanz.“

    Maren Wegner, die stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbandes Braunschweig des Städte- und Gemeindebunds, ehrte Jochen Gese (CDU) und Horst-Dieter Hellwig (UWG) mit der Ehrenmedaille für ihre 40-jährigen politischen Laufbahnen. Diese nahmen in beiden Fällen 1981 im Gemeinderat Calberlah ihren Anfang. Sowohl Gese als auch Hellwig hatten schon das Amt des stellvertretenden Samtgemeindebürgermeisters inne.

    GR 11.07.2022

  • Sportwochenende in Vollbüttel:

    Sportwochenende in Vollbüttel:
    Das war ein Super-Erfolg

    Trotz kurzer Vorlaufzeit hat der MTV ein tolles Programm auf die Beine gestellt – Das Dorf hat es ihm gedankt

    Von Ron Niebuhr

    Vollbüttel.Das Dorf wünschte sich ein Sportwochenende, der MTV Vollbüttel kam dem nach. Und das entpuppte sich als goldrichtige Entscheidung, denn es herrschte mächtig Trubel auf dem Sportgelände und ringsum. „Wahnsinn, wie man uns hier die Bude einrennt“, freute sich Vorsitzender Kai Rinkel.

    2022 06 22 AZ VB MTV

    Fast wie vor der Pandemie: Vollbüttel feierte dank dem MTV ein kunterbuntes Sportwochenende für die ganze Familie. Foto: Ron Niebuhr

    Ursprünglich wollte man die Neuauflage des Sportwochenendes um ein weiteres Jahr verschieben. Zu unsicher war wegen Corona, ob es überhaupt steigen könnte. Als das im Dorf die Runde machte, häuften sich die Bitten, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Das machte der Vorstand– und zog mit gerade einmal sechswöchigem Vorlauf ein ausgewachsenes Sportwochenende auf, das gegenüber seinen Vorbildern vor der Pandemie nur geringfügige Abstriche machte, etwa durch Verzicht auf Livemusik.

    Das Dorf dankte es dem MTV, das Risiko eingegangen zu sein, mit starkem Zulauf. Und zwar vom Start weg: 300 Besucher zählte man bei der Bayerngaudi im eigens aufgebauten Vollbütteler Biergarten zwischen Raiffeisengebäude und Kinomuseum. Kinder hatten großen Spaß an allerhand Spielen und Schminken. Man ließ sich Leberkässemmeln und Brezeln, Backcamembert, Pommes, Krakauer und Steaks schmecken. Für Erfrischung war mit alkoholfreien Getränken, Cocktails und Bier gesorgt.

    Apropos: „Wir haben in drei Stunden 700 Liter Bier ausgeschenkt. Das war der Hammer“, war Rinkel von der Resonanz begeistert. Vollbüttel sei wohl einfach „hungrig darauf gewesen, dass nach dem ganzen Mist mit Corona endlich mal wieder was los ist“, sagte der Vorsitzende. Und der Hunger war mit der Bayerngaudi und der parallel laufenden Dorfmeisterschaft im Wikingerschach, die übrigens das Team Voßhöhle gewann, keineswegs gestillt. Denn der Zulauf zum Sportwochenende ebbte am Folgetag nicht ab.

    Die Fahrradrallye mit abwechslungsreichen Spielstationen machten 120 Vollbütteler aller Generationen zu einem Erlebnis für die ganze Familie. Sie war ein wunderbares Warm-up für die Vorstellung des Sportabzeichens als neues Angebot im MTV. Dietmar Zander ließ Interessierte zur Probe ein paar Disziplinen in Angriff nehmen. Die süßen Leckereien von der großen Kuchentafel im Raiffeisengebäude hatten sich die Vollbütteler nach so viel Sport redlich verdient. Zumal es nachmittags bewegungsreich weiter ging mit einem Spiel ohne Grenzen. Achtköpfige Teams traten im vom neuen und sehr jungen Festausschuss konzipierten Spaßwettbewerb zu fünf Spielen an. Zuvor präsentierte sich spontan noch das neu gebildete Frauenfußballteam in einem Testspiel gegen die Vollbüttel Allstars dem Dorf.

    Alles in allem war Rinkel über den Verlauf des kurzfristig realisierten Sportwochenendes super glücklich. Viele eifrige Helfer aus dem Verein bescherten dem Dorf das in zwei Jahren Pandemie so sehr herbeigesehnte Gemeinschaftserlebnis. „Es war richtig harte Arbeit und viel Stress. Aber es hat sich voll und ganz gelohnt. Es ist einfach klasse, wie das Dorf zusammensteht“, sagte Rinkel und ließ seinen Blick über das fröhliche Treiben auf dem Sportgelände und ringsum schweifen.

    2022-06-22 Aller Zeitung

  • Entscheidung steht: Übergangs-Kita kommt nach Vollbüttel

    Entscheidung steht: Übergangs-Kita kommt nach Vollbüttel

    Samtgemeinderat beschließt Provisorium bis zur Fertigstellung des Anbaus in Ribbesbüttel

    Von Ron Niebuhr

    Samtgemeinde Isenbüttel.Samtgemeindeweit fehlen rund 70 Plätze in der Kinderbetreuung. Abhilfe soll bis zur Erweiterung der Kita in Ribbesbüttel eine provisorische Kita in Vollbüttel schaffen. Das beschloss der Samtgemeinderat einstimmig. Daneben ging es um Geflüchtete aus der Ukraine, Spenden und Personalien.

    „Uns fehlen leider Plätze zur Kinderbetreuung“, sagte Samtgemeindebürgermeister Jannis Gaus. Das sei vor allem dem „gesellschaftlichen Trend“ geschuldet, dass immer mehr Eltern ihre Kinder immer früher und länger betreuen lassen wollen. Und den Umständen, dass der Bund einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung festgelegt hat und das Land diese für Eltern obendrein kostenlos gemacht hat. Die Folge: „Es reicht hinten und vorne nicht“, sagte Gaus. Bis zur Fertigstellung der Erweiterung in Ribbesbüttel müsse man daher ein Provisorium schaffen.

    Die beste Lösung sei, den ehemaligen Vollbütteler Jugendtreff umzubauen, sagte Gaus. Gunnar Windmüller aus dem Bauamt berichtete, dass man nach einer Besichtigung mit Vertretern der Genehmigungsbehörde und möglichen Betreibern zu diesem Ergebnis gekommen sei. Was zu tun bleibt: Verbesserung des Brandschutzes, ein Treppenhaus abtrennen, die Toiletten kindgerecht umgestalten, Spielgeräte aufstellen und das Außengelände umzäunen. „Der Aufwand bleibt also überschaubar“, fasste Windmüller zusammen. Mit 113.000 Euro rechnet die Verwaltung.

     

    2022 04 30 AZ VB Kita

    Als provisorische Kita geeignet: Im Raiffeisengebäude in Vollbüttel ist der Umbauaufwand überschaubar. Foto: Sebastian Preuß/Archiv

    Annegret Langbein (CDU) bedauerte, dass Jelpke nicht berücksichtigt worden sei. Bei Nutzung des Jelpker Dorfgemeinschaftshauses hätte man „100.000 Euro sparen können“, meinte sie. Denn das sei schon mal als Kita genutzt worden. Gaus erwiderte, dass „externe Fachleute“ sich klar für Vollbüttel ausgesprochen hätten, auch weil dort der Betreuungsbedarf am größten sei. Christian Wrede (CDU) betonte, dass zwar niemandem ein Vorwurf zu machen sei, es aber nicht noch einmal passieren dürfe, Platzbedarf nicht decken zu können.

    Geflüchtete aus der Ukraine sind auch in der Samtgemeinde angekommen.Auf Wunsch der Grünen stellte die Verwaltung die Situation dar. „Bei uns sind 92 Geflüchtete gemeldet. Es könnten auch mehr sein, weil viele privat untergebracht sind“, sagte Gaus. Die Realschule in Calberlah besuchten derzeit 15 Jugendliche, neun Kinder die Grundschulen. Die Samtgemeinde übernehme Kosten von bis zu 200 Euro je Schüler für Lehrmaterial. Geplant sei, einen Dolmetscher einzustellen und ein Grillfest zum gegenseitigen Kennenlernen zu feiern. Der Rat beschloss, zu Sitzungen des Samtgemeindeausschusses künftig stets auch die Vertreter der Helferkreise sowie die Gleichstellungsbeauftragten einzuladen, sobald die Situation der Geflüchteten Thema ist.

    Petra Rodat, bisher Leiterin der Abteilung Bürgerservice und Ordnung im Isenbütteler Rathaus, wird auf eigenen Wunsch zur Stadt Wedel in Schleswig-Holstein versetzt. Und Fachbereichsleiter Tobias Schweckendiek wird zum Samtgemeindeverwaltungsrat befördert. Beides beschloss der Rat einstimmig. Hans-Joachim Höpfner (Grüne) begrüßte das und wies darauf hin, dass man bei allen Stellen prüfen sollte, ob eine Beförderung angebracht ist, nicht nur bei Führungspositionen. Gaus erwiderte, dass eine „externe Bewertung“ aller Stellen angestrebt werde. „Das geht aber leider nicht von heute auf morgen.“

    AZ 30.04.2022

  • Vollbüttel: Im Raiffeisengebäude soll eine Kita einziehen

    Vollbüttel: Im Raiffeisengebäude soll eine Kita einziehen

    Pläne für Übergangslösung in altem Jugendtreff – Saal wird zum Ausweichquartier für Vereine

    Von Ron Niebuhr

     

    2022 04 09 AZ VB Kita

    Raiffeisengebäude Vollbüttel: Im alten Jugendtreff soll vorübergehend eine Kita eingerichtet werden.foto: Sebastian Preuß

    Ribbesbüttel.Ums Vollbütteler Raiffeisengebäude ging es jüngst im Jugend-, Kultur- und Sportausschuss der Gemeinde Ribbesbüttel. Darin sollen die Räume des ehemaligen Jugendtreffs vorübergehend als Kindertagesstätte dienen. Zudem widmete man sich der Frage, ob und wie das Obergeschoss genutzt werden kann.

    Zwischen 60 und 70 Plätze zur Kinderbetreuung fehlen aktuell in der Samtgemeinde Isenbüttel. Die geplanten Erweiterungen der Kitas in Ribbesbüttel und Wasbüttel allerdings würden wohl erst in zwei bis drei Jahren fertiggestellt, meinte Bürgermeister Hans-Werner Buske. Daher habe die Samtgemeindeverwaltung nach Alternativen gesucht. Fündig wurde man im Raiffeisengebäude. Die Räume des früheren Jugendtreffs, die inzwischen von Vereinen genutzt werden, seien ideal geeignet für eine provisorische Kita.

    Die Samtgemeinde entrichtet für die Dauer der Nutzung eine Gebühr an die Gemeinde. Diese wiederum reiche 400 Euro monatlich als Zuschuss an den MTV Vollbüttel weiter, damit der Verein den alten Vollbütteler Saal als Ausweichquartier mieten kann, erläuterte Buske. Christian Wrede (CDU) fand es „schwer begreiflich“, dass 70 Betreuungsplätze in der Samtgemeinde fehlen. Für ihn sei das ein Zeichen von „schlechter Planung“. Insofern müsse man froh sein, dass man in Vollbüttel eine Lösung gefunden habe.

    Auch Albert Jäger (CDU) begrüßte das Vorhaben. Allerdings sollte man die übrigen Vereine stärker unterstützen, wenn der MTV künftig einen monatlichen Mietzuschuss erhalte. Schützenfeste etwa seien kaum mehr kostendeckend zu realisieren. Da sollte die Gemeinde helfend einspringen. Harald Schönhoff (CDU) wies darauf hin, dass zumindest sicherzustellen sei, dass nicht nur der MTV sondern auch andere Vereine und Gruppen aus dem Dorf bei Bedarf den Vollbütteler Saal nutzen können.

    Der Ausschuss einigte sich darauf, der Samtgemeinde die Nutzung des ehemaligen Jugendtreffs zu gestatten, sofern der Gemeinde dadurch keine Kosten entstehen. Die Nutzung des Vollbütteler Saals sollte vom MTV als Mieter anderen Vereinen ermöglicht werden. Zudem soll dem MTV ein Mietzuschuss in Höhe von 400 Euro pro Monat gewährt werden. Allerdings nur so lange, wie die Samtgemeinde eine Nutzungsgebühr für den Treff entrichtet, zuzüglich einer Übergangsfrist von maximal sechs Monaten.

    Bürgermeister Buske sagte abschließend, dass für die Einrichtung der Kita noch einige Details zu klären seien. „Von der Landesschulbehörde gab es bisher nur eine mündliche Zusage“, sagte er. Und zwar mit Auflagen, etwa das Grundstück einzuzäunen und einen eigenen Spielplatz anzulegen. Eine Rückkehr der Dartsparte des MTV in den Treff hält der Bürgermeister übrigens für möglich. „Aber nur ins Obergeschoss“, betonte er. Das Erdgeschoss sollte man für künftige Mieter des Veranstaltungssaals vorhalten. Im interfraktionellen Gespräch hatte man sich darauf verständigt, Aufwand und Kosten für den Ausbau des Obergeschosses zu ermitteln. Im aktuellen Haushaltsplan seien vorerst nur 30.000 Euro zur Unterhaltung vorgesehen, berichtete Vorsitzender Raimund Heimann. Erforderlich seien bei öffentlicher Nutzung des Obergeschosses eine Fluchttreppe und wohl auch eine bessere Lüftung. Geprüft werden soll zudem, ob der Ausbau im Förderprogramm zur Dorfentwicklung erfolgen kann. Bürgermeister Buske versicherte, dass es zunächst nur darum gehe, Pläne zu erstellen, Kosten zu ermitteln, das Projekt vorsorglich in die Dorfentwicklung aufzunehmen und Haushaltsmittel im kommenden Jahr einzustellen. „Der Rat kann den Ausbau danach immer noch stoppen“, erklärte er. Der Ausschuss stimmte zu.

    AZ 09.04.2022

  • Ribbesbüttel. Der Treff könnte zur temporären Kindertagesstätte für bis zu 16 Kinder umgebaut werden, weil in der Samtgemeinde 70 Krippen- und Kitaplätze fehlen.

    Ribbesbüttel. Der Treff könnte zur temporären Kindertagesstätte für bis zu 16 Kinder umgebaut werden, weil in der Samtgemeinde 70 Krippen- und Kitaplätze fehlen.

    Paukenschlag im Jugendausschuss der Gemeinde Ribbesbüttel: Weil auf Samtgemeindeebene wohl bis zu 40 Krippen- und 30 Kitaplätzefehlen, stand ein Grundsatzbeschluss zur Nutzung des Treffs in Vollbüttel als zeitlich befristete Kindertagesstätteauf der Tagesordnung. Dafür gab es einstimmig grünes Licht.

    Noch ist nichts beschlossen. Die Entscheidung steht und fällt mit den Ergebnissen einer Begehung der Räumlichkeit im Erdgeschoss des Raiffeisengebäudes, die sich laut Landesschulbehörde für eine Nutzung als Kita eignen würde. Dabei soll festgestellt werden, welche Umbauten notwendig wären, damit dort ab dem neuen Kita-Jahr bis zu 16 Kinder

    Für diesen Fall würde die Samtgemeinde die Räume mieten und alle Kosten für den Um- und Rückbau tragen. Denn die Politik gab vor, dass die Nutzung sechs Monate nach Inbetriebnahme der geplanten Erweiterung der Kita in Ribbesbüttel enden soll.

    Trotz der ungeteilten Zustimmung gab es im Gremium unter Vorsitz von Raimund Heimann (SPD) an die Adresse der Samtgemeinde gerichtete Kritik. „Es ist für mich schwer begreiflich, wieso plötzlich so viele Plätze fehlen“, sagte Christian Wrede (CDU). „Das ist eine schlechte Planung, aber wir müssen die Plätze schaffen, daran führt kein Weg vorbei.“

    In Ribbesbüttel fehlen die meisten Betreuungsplätze

    Nach Auffassung von Samtgemeindebürgermeister Jannis Gaus gibt es mehrere Faktoren für den gestiegenen Bedarf. Einer ist das Neubaugebiet in Vollbüttel. „Die meisten Plätze fehlen in der Gemeinde Ribbesbüttel“, sagte er. „Deshalb entsteht dort der Anbau und deshalb wollen wir den Eltern dort eine wohnortnahe Betreuung anbieten.“ Laut Verwaltung ist Ribbesbüttel mit 24 fehlenden Kitaplätzen der Brennpunkt.

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    Bürgermeister Hans-Werner Buske im Treff im Raiffeisengebäude, der zur temporären Kita werden könnte.  Foto: Daniela Burucker

    Sollte es von der Behörde grünes Licht geben, ohne das Umbauen im großen Stil zu fordern, soll zeitnah der Startschuss fallen. Damit würden Gruppen und Vereine, insbesondere die Dart-Sparte des MTV Vollbüttel, ihr Domizil vorerst verlieren. Auch dafür präsentierte Bürgermeister Hans-Werner Buske bereits eine Lösung. Demnach soll der MTV den Saal für seine Zwecke mieten und dafür einen monatlichen Zuschuss von 400 Euro erhalten, der über die Nutzungsgebühr für den Treff von der Samtgemeinde getragen wird.

    Mit dem Grundsatzbeschluss zum Ausbau des Obergeschosses des Raiffeisengebäudes als öffentliche Räumlichkeit wurde der politische Streit um die Nutzung beigelegt. Im Vorfeld hatte man sich bei einem interfraktionellen Gespräch über die Eckdaten verständigt.

    Harsche Kritikgab es am Zeitplan der Planung zum Bau einer Seniorenwohnanlagein den Langen Ehlern. Im Hinblick auf rasant steigende Baukosten äußerten Teile der Politik Unverständnis, dass Gespräche darüber zwischen Gemeinde, Investoren und Samtgemeinde erst nach der Sommerpausestattfinden sollen. Laut Buske tritt wohl die Samtgemeinde auf die Bremse.

    GR 08.04.2022

     

  • Lagerraum wird saniert, dafür kein Geld für Dorfarchiv

    Lagerraum wird saniert, dafür kein Geld für Dorfarchiv

    Der Rat Ribbesbüttel stimmt für den Etat mit Mitteln für das Raiffeisengebäude.

    Daniela Burucker

    Vollbüttel. Der Etat für 2022 ist in trockenen Tüchern und die Kuh ist vom Eis. Hatte sich die Politik im Finanzausschuss noch heftig um die Zweckbindung der Mittel gezofft, die für geplante Umbauten im Raiffeisengebäude veranschlagt sind, stimmte der Gemeinderat Ribbesbüttel dem 2,3-Millionen-Euro-Haushalt geschlossen und ohne neuerliche Diskussion zu.

    Dafür wurden die 30.000 Euro, die zur Errichtung eines Dorfarchivs als Investition im Finanzhaushalt platziert waren, zur Lagerraum-Instandhaltung umgemünzt. Damit steigt der veranschlagte Fehlbetrag im Ergebnishaushalt auf 342.900 Euro. Was tatsächlich aus dem Raum wird, auf den auch Vereine ein Auge geworfen haben, steht noch in den Sternen.

    Bürgermeister beklagt hohe Belastung durch Umlagen

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    Bürgermeister Hans Werner Buske. Daniela Burucker

    In seiner Bewertung der Zahlen beklagte Bürgermeister Hans-Werner Buske (CDU) die hohe Belastung durch die Umlagen. „Diese 95 Prozent huschen einfach vorbei und sind weg“, sagte Buske, der zugleich betonte, dass die Gemeinde durch das Millionen-Projekt zur Erweiterung der Kita in Ribbesbüttel in diesem Jahr stark von der Samtgemeindeumlage profitieren wird.

    Wer auf Papiervorlagen verzichtet, bei der Ratsarbeit auf das digitale Angebot setzt und private Geräte nutzt, erhält für die komplette Wahlperiode eine zusätzliche Aufwandsentschädigung von 420 Euro. Für diejenigen, die weiterhin mit Papiervorlagen arbeiten wollen bleibt alles beim Alten.

    Heerstraße soll eine „unechte Einbahnstraße“ werden

    Bei der anstehenden Sperrung der B4 will die Gemeinde vorbeugend Fakten schaffen, die verhindern, dass sich der Verkehr auch ohne ausgewiesene Umleitung erneut durch das Dorf wälzt. Gelingen soll das durch die beantragte temporäre Umwandlung der Heerstraße in eine unechte Einbahnstraße. Diesbezügliche Forderungen von Bürgerinitiativen stehen schon länger in Raum.

    In der Einwohnerfragestunde kritisierten Zuhörer den Zustand der Fußwege in Vollbüttel. Redebedarf seitens der Bürger gab es auch zum angekündigten Bauvorhaben „Betreutes Wohnen“, für dessen Umsetzung laut Buske zuvor der Bebauungsplan geändert werden muss.

    Für allgemeines Stirnrunzeln sorgte Thorsten Schöne (parteilos) mit seiner Ankündigung, dass er bei künftigen Sitzungen Audio-Aufzeichnungen plant. „Ich bin absolut dagegen und werde die Rechtmäßigkeit prüfen lassen“, kündigte Buske an.

    GR 16.02.2022


  • Aus dem Bericht des Bürgermeisters

    Aus dem Bericht des Bürgermeisters

    Bürgermeister Hans-Werner Buske berichtete, dass Treff und Raiffeisengebäude in Vollbüttel seit 4. Juni wieder geöffnet seien. Fälle von Vandalismus am Treff und am benachbarten Kinomuseum habe man zwar bei der Polizei angezeigt. „Der oder die Täter konnten aber nicht ermittelt werden“, bedauerte Buske.

    Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestelle Dorf in Ausbüttel kostet die Gemeinde 63 500 Euro. Den Löwenanteil der Gesamtkosten von 200 000 Euro trägt das Land Niedersachsen (117 000 Euro), ein weiterer Zuschuss kommt vom Regionalverband Braunschweig (19 500 Euro).

    Giffinet will – trotz nicht erreichter Mindestquote – das Glasfasernetz nun doch in der Gemeinde Ribbesbüttel ausbauen. 60 Prozent der Haushalte im die Samtgemeinden Brome und Isenbüttel umfassenden Vermarktungsgebiet sollten ursprünglich einen Vertrag mit der Firma schließen, nur 43,8 Prozent gingen auf das Angebot ein. Wann der Ausbau erfolge, sei offen, berichtete Buske.

    Den Eichenprozessionsspinner habe man in Birkenweg und Franzosenweg derweil erfolgreich bekämpft. Man wolle prüfen, wie sich die Raupen künftig am besten und zugleich möglichst natürlich beseitigen lassen. rn

    AZ 12.06.2021

  • Ribbesbütteler Politik beschließt Haushalt

    Ribbesbütteler Politik beschließt Haushalt

    Der Etat wird auf 700.000 Euro gesenkt.

    Daniela Burucker

    Ribbesbüttel In einer eigens für die Verabschiedung des Haushalts angesetzten Gemeinderatssitzung im Raiffeisengebäude in Vollbüttel wurde der Haushalt für 2021 mit zwei Gegenstimmen beschlossen. Krankheitsbedingt fehlten zwei Ratsmitglieder.

    Anlass für die Sonderschicht war die unerwartete Entscheidung der Kommunalaufsicht, die den bereits Anfang März beschlossenen Etat aufgrund eines veranschlagten Kredits von 1,8 Millionen Euro mangels Deckung nicht genehmigt hatte. „Diese Summe war nur für den nicht angestrebten Fall eingestellt, dass wir das geplante Gewerbegebiet als Gemeinde erschließen müssten“, erklärte Bürgermeister Hans-Werner Buske.

    In der Neufassung sind statt 1,8 Millionen Euro nur jene 700.000 Euro als Kredit veranschlagt, die durch die Rücklage gedeckt sind. Nachdem der Etat mit der weitaus höheren Kreditaufnahme einstimmig vom Rat beschlossen wurde, war ich sehr überrascht, dass unerwartet erneuter Redebedarf bestand und ich Überzeugungsarbeit leisten musste“, erklärte Buske, der betonte, dass weiterhin alles darangesetzt wird, einen Investor zu finden.

    Auch der Antrag an die Samtgemeinde, die Erschließung zu übernehmen, wurde lediglich zurückgestellt. „Egal, was kommt, die Entscheidung trifft dann der Rat.“

    Buske berichtete außerdem von Vandalismus am Jugendtreff am Raiffeisengebäude in Vollbüttel. Dort wurde unter anderem der Grill zerstört und der Turm des Kinomuseums beschädigt. Zudem ist das Gelände am Treff massiv mit Glasscherben übersät.

    GR 07.04.2021

  • Regelwerk für Bauten im alten Ortskern steht

    Regelwerk für Bauten im alten Ortskern steht

    Der Rat Ribbesbüttel beschließt eine Erhaltungssatzung sowie den Etat für 2021.

    Daniela Burucker

    Ribbesbüttel Nach längerer Vorplanung hat die Politik Nägel mit Köpfen gemacht und die Erhaltungssatzung „Alter Ortskern Ribbesbüttel“ beschlossen. Damit ist sichergestellt, dass der Ort in deren Geltungsbereich in seiner Optik erhalten wird.

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    Bürgermeister Hans Werner Buskle (rechts) gratuliert Karin Betker zur Beförderung. Daniela Burucker

    Bei der Sitzung im Vollbütteler Raiffeisengebäude wurde zugleich ein Leitfaden verabschiedet, der Bauwilligen Aufschluss darüber gibt, was bei Um- und Neubauten hinsichtlich Firsthöhe, Dachform und Außenwänden gewünscht ist. Auslöser für die Regelung war der Abriss eines alten Bauernhauses gegenüber der Schule und der Neubau eines Wohngebäudes, das in Große und Optik nicht zur historischen Architektur passt. Dass sich Derartiges wiederholt, wird durch die Begrenzung auf zwei Wohneinheiten bei einer Grundstücksgröße von mindestens 750 Quadratmetern verhindert. „Wenn jemand in diesem Gebiet eine bauliche Veränderung plant, muss er sich mit der Gemeinde auseinandersetzen“, sagte Bürgermeister Hans Werner Buske. „Wir wollen keine strengen Vorgaben sondern individuelle Lösungen.“ Die Arbeitsgruppe, die den Leitfaden entwickelt hat, steht für kostenlose Beratungen in den Startlöchern. Neben den nicht von einem Bebauungsplan erfassten Bereichen der Dorfstraße erstreckt sich der Geltungsbereich auch auf die Freifläche an der Gutsstraße, Heerstraße und Masch.

    Zweites großes Thema war der Haushalt für das laufende Jahr. Der einstimmig beschlossene Etat weist im Ergebnishaushalt ein Volumen von rund 2,1 Millionen Euro und eine Deckungslücke von 216.900 Euro aus. Im Finanzhaushalt beläuft sich der Fehlbetrag bei den Investitionen gar auf 770.000 Euro. Der dickste Brocken ist das Gewerbegebiet in Ribbesbüttel. Falls sich dafür kein Investor findet, fasst die Gemeinde dessen Entwicklung in Eigenregie ins Auge.

    Bis Ende März will Buske geklärt haben, wohin die Reise gehen soll. „Wir hoffen auf einen Investor, der die Gemeinde finanziell aus dem Spiel nimmt“, betonte er. Das Projekt hat ein Volumen von 1,8 Millionen Euro. Bei der Erläuterung der Eckdaten stellte der Bürgermeister den „Corona-Effekt“ heraus, der allein bei der Einkommenssteuer ein Minus von 166.000 Euro zur Folge hat. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch den Etat“, sagte er. „Meine persönliche Sicht ist, dass sich der Haushalt erst in einigen Jahren erholen wird.“

    Als Dankeschön für das Werkeln am Haushalt überreichte Buske, Karin Betker einen Blumenstrauß, mit dem Rat und Verwaltung der frisch gekürten Abteilungsleiterin im Samtgemeinde-Finanzressort zugleich zur Beförderung gratulierte. Für die Kommunalwahl am 12. September berief der Rat Tobias Schweckendiek zum Wahlleiter, Stefan Prekale und Petra Rodat zu dessen Stellvertretern.

    GR 06.03.2021

     

  • Ribbesbütteler Rat verabschiedet Haushaltsplan

    Sandberg: 1,8 Millionen Euro für Gewerbegebiet

    Ribbesbütteler Rat verabschiedet Haushaltsplan – Corona und die Umlagen machen der Gemeinde schwer zu schaffen

    Von Ron Niebuhr

    Ribbesbüttel.Die Corona-Pandemie wirkt sich in der Gemeinde Ribbesbüttel erheblich auf die Finanzen aus. Noch sehe es verhältnismäßig gut aus, „die Folgen werden wir wohl erst 2022 und 2023 richtig spüren“, sagte Hans-Werner Buske. Der Bürgermeister erläuterte dem Gemeinderat am Donnerstagabend den Haushaltsplan für 2021.

    2020 schloss man im Ergebnishaushalt mit einem etwas geringeren Minus ab als befürchtet – mit 100 000 statt 322 000 Euro in den roten Zahlen. Das sei aber kein Grund zu überschwänglicher Freude, sagte Buske. Denn man habe lediglich weniger ausgegeben, weil coronabedingt einige geplante Maßnahme verschoben wurden. 2021 kalkuliere man mit einem Minus von 217 000 Euro im Ergebnishaushalt.

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    Gewerbegebiet Sandberg: Für die Erweiterung hat die Gemeinde Ribbesbüttel 1,8 Millionen Euro eingeplant.foto: Sebastian Preuß

    „Dickster Brocken“ im Etat ist das geplante Gewerbegebiet am Sandberg. „Wir haben dafür ein Volumen von 1,8 Millionen Euro angesetzt“, sagte Buske. Zugleich betonte der Bürgermeister aber, dass nach wie vor „noch nichts unterschrieben ist“. Man stehe ganz am Anfang und hoffe weiterhin, dass die Samtgemeinde sich vielleicht doch bereit erklärt, Erschließung und Vermarktung zu übernehmen, oder sich alternativ ein Investor dafür findet.

    Die Steuereinnahmen fallen wesentlich geringer aus als in den Vorjahren. Und „je länger Corona dauert, umso tiefer wird es gehen“, sagte Buske. Er hoffe aber, dass man sich in zwei bis vier Jahren vom „Corona-Effekt“ erholt und aufs alte Niveau zurückkehrt. Schwerer noch als bisher wirken sich bis dahin die Fixkosten aus, allen voran die Samtgemeinde- und Kreisumlage. Sie schlagen 2021 wohl mit fast 894 000 beziehungsweise rund 627 000 Euro zu Buche und machen etwa 73 Prozent der Fixkosten aus. „Ob wir wollen oder nicht: Wir sind finanziell immer mit dabei, wenn am Tankumsee mal wieder ein Kristallturm gebaut werden soll“, sagte Buske.

    Sorgen bereitete dem Bürgermeister das noch sehr verhaltene Interesse an Glasfaseranschlüssen. Derzeit hätten im Vermarktungsgebiet nur 15 Prozent der Haushalte einen Vertrag mit Giffinet geschlossen. In der Gemeinde Ribbesbüttel seien es 16 Prozent, was 93 von 581 Haushalten entspricht. Für den Netzausbau erwartet die Firma aber eine Quote von 60 Prozent. „Wir brauchen dringend Glasfaser. Das hat Corona uns sehr deutlich gemacht“, sagte er. Im Gemeindebüro etwa erreiche man im Upload nur zwischen 1,6 und 1,9 Mbit.

    Letztlich sprach sich der Gemeinderat bei lediglich einer Gegenstimme mehrheitlich für die Erhaltungssatzung „Alter Ortskern Ribbesbüttel“ nebst eines Leitfadens aus. Im Kern geht es darum, den dörflichen Charakter im Plangebiet weitestgehend zu bewahren. So soll die Firsthöhe auf neun Meter begrenzt werden. Es sollen nur Tonziegeldächer und Klinkerfassaden erlaubt werden. Grundstücke müssen mindestens 750 Quadratmeter groß sein und dürfen höchstens mit zwei Wohneinheiten bebaut werden. „Wer dort künftig etwas bauen möchte, muss das mit unserem Arbeitskreis besprechen“, sagte Buske.

    AZ 06.03.2021

     

  • Virtueller Besuch beim Wunder von Winkel im Kinomuseum Vollbüttel

    Virtueller Besuch beim Wunder von Winkel im Kinomuseum Vollbüttel

    Das Kinomuseum Vollbüttel macht seine Schätze auch in Corona-Zeiten zugänglich: mit einem virtuellen Museumsbesuch und einem 360°-Grad-Rundgang.

    Dirk Kühn

    Vollbüttel Wo begegnen Besucher dem Kleinen König, dem emsigen Hannoveraner und getarnten Überläufer auf nur wenigen Quadratmetern? Ganz klar, das ist einzig im Kinomuseum Vollbüttel möglich – eines der spannendsten Museen im Landkreis Gifhorn, das einlädt zu einem unterhaltsamen Spaziergang durch die technische Welt von Kino, Film und Fernsehen.

     

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    Museumsleiter Peter Schade-Didschies zeigt ein selbstgebautes Tonbandgerät, das knapp 40 Kilo wiegt. Kühn

    Ein Museumsbesuch in Corona-Zeiten? Auch das ist in Vollbüttel möglich. Dürfen die Besucher nicht ins Museum, kommt das Museum halt zu den Besuchern – via Internet ist das zumindest auf ungewöhnliche Weise möglich: mit einem virtuellen Museumsrundgang. So einen Rundgang bietet das Kinomuseum Vollbüttel seit kurzem auf seiner neugestalteten Internetseite an: https://www.kinomuseum.de/

    Per Mausklick können die Besucher durchs Museum spazieren – eine schöne Abwechslung in Zeiten der Pandemie. Denn wann das Museum wieder öffnen darf, ist derzeit nicht absehbar. Normalerweise wäre momentan zwar ohnehin Winterpause, und ab März wieder geöffnet. Doch ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Umso glücklicher ist das Museumsteam um Peter Schade-Didschies, Wolfgang Graewert und Bernd Riechers, den Kinofans und Technikinteressierten einen komplett neuen Internetauftritt präsentieren zu können.

    Wie beim richtigen Museumsbesuch gilt auch beim virtuellen Rundgang: Die Besucher sollten sich Zeit nehmen und neugierig sein. Blaue Pfeile weisen den Weg. Hinein geht’s, vorbei am kleinen Kinosaal mit seinen 30 Sitzplätzen wartet linker Hand schon der emsige Hannoveraner, ein Projektor der hannoverschen Firma Peck und Kerkhoff, die schon ab 1911 Kinomaschinen baute. Direkt daneben steht der Ernemann Imperator, eines der Glanzstücke des Museums. Die Besonderheit: Er war der erste Projektor, der komplett aus Stahlkomponenten gefertigt wurde. In 23 von 26 Pariser Kinos stand so ein Monstrum. Der nächste Klick führt zum Kleinen König, als Projektor seinerzeit Marktführer. Weiter geht’s zu einem Tonband Marke Eigenbau inklusive Hörerlebnis: Die Neujahrsrede zum Jahreswechsel 1954/55 des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. So macht die museale Entdeckungsreise Spaß. Vor allem, wenn der Besucher vor dem Wunder von Winkel steht: eine 35mm-Filmkamera aus dem Nachlass des Winklers Wilhelm Müller, der in den 30er Jahren in der Wochenschau- und Filmszene Fuß fassen wollte.

    Rund 40 Ausstellungsstücke kann der Museumsbesucher beim virtuellen Rundgang besichtigen. Ein Klick genügt, und schon liefert eine Sprecherin allerhand Informationen über beispielsweise einen Loewe-Fernseher aus dem Jahr 1957, der damals der Stolz im Wirtschaftswunder-Haushalt war. Wer möchte, kann zu jedem Objekt Details erfahren, die in einem Videoclip erläutert werden. 40 Ausstellungstücke, 40 Texte, 40 Clips – „das war eine Menge Arbeit“, sagt Schade-Didschies. Die Realisierung lag in den Händen der Wendeburger Firma Lightvision. Jonas und Simon Tittelmeier rückten die Ausstellungsstücke ins rechte Licht, stellten die Clips zusammen und sorgten vor allem für eine nutzerfreundliche Darstellung auf der Internetseite. Eine der Herausforderungen dabei: Bei einem 360°-Grad-Rundgang kommen große Datenpakete zusammen, die so aufbereitet werden müssen, dass die Datengeschwindigkeit nicht leidet und die Nutzer am PC oder Laptop in gewohntem Tempo auf der Seite bequem navigieren können.

    Und selbstverständlich auch mit dem Smartphone. Der neue Internetauftritt ist responsiv und kann auch mit mobilen Endgeräten aufgerufen werden. Überhaupt soll das Smartphone künftig auch ein stückweit den Museumsführer verzichtbar machen und als Audioguide dienen. Über QR-Codes gelangen Besucher zu den Erläuterungen über die Ausstellungsstücke. Das sei auch mit Blick auf die Pandemie ein großer Vorteil, so Schade-Didschies.

    Denn so groß die Freude über den neuen Internetauftritt auch ist – die Besucher sind für das Kinomuseum von existenzieller Bedeutung. Im vergangenen Jahr waren es gerade Mal neun. Kein Freiluftkino, keine Sonderausstellungen. „Alle Veranstaltungen sind weggebrochen“, so Schade-Didschies. „Der Vorstand war sich einig, wir wollten mit Blick auf Corona kein Risiko eingehen. Wer will das verantworten.“ Unterstützung angesichts der entgangenen Einnahmen kam vom Lüneburgischen Landschaftsverband, der dem Förderverein 3500 Euro überweis. Weitere Spenden halfen, um über die Runden zu kommen. Der neue Internetauftritt konnte mit Hilfe der Bundessozialstiftung finanziert werden. Sie zahlte einen zweckgebundenen Zuschuss von 25.000 Euro, rund 4000 Euro kamen aus eigener Kasse, erklärt Schade-Didschies. Die Investition war längst überfällig, der alte Auftritt war gut 20 Jahre alt. „Das neue Internetportal soll uns repräsentativ darstellen, um den Menschen Lust zu machen auf einen Museumsbesuch“, sagt Schade-Didschies. Das ist gelungen – Film ab!

    GR 06.02.2021

  • Schottergärten verhindern:

    Schottergärten verhindern:
    Kostenlose Beratung für Bauherren

    Gemeinde Ribbesbüttel und Nabu Leiferde helfen bei naturnaher und pflegeleichter Gestaltung

    Ribbesbüttel. Die Gemeinde Ribbesbüttel möchte dafür sorgen, dass in den Neubaugebieten keine Schottergärten entstehen – Bürgermeister Hans-Werner Buske nennt sie „Gärten des Grauens“. Um die Bürger aus dem Baugebiet Im Langen Ehlern in Vollbüttel zu unterstützen, ihre Gärten anders zu gestalten, hat sie gemeinsam mit dem Nabu einen Flyer entwickelt und bietet darüber hinaus konkrete Unterstützung an. „Wir wollen schon im Vorfeld informieren, damit es gar nicht erst zum Streit beziehungsweise juristischen Auseinandersetzung kommt“, nennt der Bürgermeister den Grund für diesen Flyer.

    „Herzlich willkommen in Vollbüttel“ heißt es im Flyer, den Buske unterschrieben hat. „Mit Ihrem Hausbau im Langen Ehlern sind Sie nun ein Mitglied unserer Gemeinde Ribbesbüttel geworden.“ Dann stellt er kurz die Gemeinde vor, bevor er schreibt: „Unsere Dörfer liegen in einer sehr schönen naturbelassenen Umgebung, dieses soll auch mit Ihrer Unterstützung so bleiben. Insekten, Vögel und andere Gartentiere sollen hier ein zu Hause finden.“ Bevor jemand mit der Gartenplanung beginne, „weise ich ausdrücklich auf die Unzulässigkeit von Schottergärten hin“, schreibt Buske weiter und bezieht sich auf die Niedersächsische Bauordnung. Stattdessen sei ursprünglich geplant gewesen, in Zusammenarbeit mit dem Nabu Leiferde zu einem Vortrag darüber einzuladen, wie ein pflegeleichter und schöner Garten aussehen kann – „aber die derzeitige Lage erlaubt es uns nicht“. Stattdessen hat sich Dierk Hagenah, laut Buske „ein sehr kompetenter Gartenexperte aus Vollbüttel“, bereit erklärt, kostenfrei zu beraten. Wer Fragen zur zukünftigen Pflanzenauswahl habe, könne sich bei ihm melden. Hagenah wohnt in der Hauptstraße 8 in Vollbüttel und ist telefonisch unter (01 62) 233 55 11 sowie unter der Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. zu erreichen. red

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    So nicht: Die Gemeinde Ribbesbüttel will Schottergärten verhindern und bietet Bauherren Unterstützung zur Anlage von naturnahen Gärten an.foto: D. Korsawe

    AZ 02.02.2021

  • Kinomuseum Vollbüttel

    Kinomuseum Vollbüttel arbeitet an einem digitalen 360-Grad-Rundgang

    Derzeitiger Internetauftritt der Einrichtung ist rund 20 Jahre alt – Auch ein Audioguide für Smartphones ist in Arbeit

    Von Ron Niebuhr

    Vollbüttel.Das Kinomuseum in Vollbüttel steuert auf das wohl größte Update in seiner bewegten Geschichte zu: einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellungsräume und einen Audioguide für Smartphones! Fördermittel des Lüneburgischen Landschaftsverbandes und der Bundessozialstiftung haben das innovative Projekt ermöglicht, das Anfang 2021 online gehen soll.

    Die Pandemie hat das Kinomuseum schwer getroffen. „Wir hatten in dieser Saison genau neun Besucher“, sagte Peter Schade-Didschies. Mehr war nicht zu verantworten für den Museumsleiter und sein Team: „Wir wollten kein Risiko eingehen, haben uns streng an die Regeln gehalten“, betonte er. Schlagzeilen als Hotspot und Superspreader-Event wollte man mit dem Museum und seinem Freiluftkino als Zugpferd unbedingt vermeiden. Daher schränkte man den Publikumsverkehr stark ein, verzichtete auf Freiluftkino und acht weitere geplante Veranstaltungen. Das wirkte sich negativ auf die Kassenlage aus. Daher sei man dem Lüneburgischen Landesverband für 3500 Euro Soforthilfe dankbar, hob Schade-Didschies hervor.

    Bei der Bundessozialstiftung gelang es, einen zweckgebundenen Zuschuss einzuwerben in Höhe von 25 000 Euro. Damit ist es dem Kinomuseum möglich, seinen Internetauftritt professionell modernisieren und einen Smartphone-Audioguide für Museumsbesucher realisieren zu lassen. An Bord geholt haben Schade-Didschies sowie seine Vorstandskollegen Bernd Riechers und Wolfgang Graewert dafür die Peiner Firma Lightvision.

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    Neuer Internetauftritt: Jonas Tittelmeier führt Peter Schade-Didschies den virtuellen 360-Grad-Rundgang durchs Kinomuseum vor.fotos (3): Ron Niebuhr

    Den Audioguide konzipieren die Profis von Lightvision so, dass er für die Museumsbesucher per QR-Code abrufbar ist. „Dann müssen wir keine Geräte bereitstellen und sie auch nicht desinfizieren und warten“, sagte Schade-Didschies. Pandemietauglich ist auch der neue virtuelle Rundgang. Bei dem erleben Interessierte das Kinomuseum bequem von zuhause aus. Sie können sich per Mausklick durch die Ausstellung bewegen. „40 Objekte sind zum Start anwählbar“, sagte Riechers. Die erklärenden Texte hat Museumsleiter Schade-Didschies verfasst, einsprechen mochte er sie aber nicht selbst: „Das überlasse ich Profis. Ich bin weder Sprecher noch Schauspieler. Ich stand 36 Jahre hinter der Kamera. Da habe ich mich immer wohler gefühlt“, sagte er.

    Der bisherige Internetauftritt hat schon mehr als 20 Jahre aus dem Buckel. Die rundum neu gestaltete Internetseite, für die ein neuer Provider gefunden werden musste, soll das Kinomuseum zeitgemäß präsentieren. Der virtuelle 360-Grad Rundgang als Kernstück soll Lust auf einen realen Besuch in Vollbüttel wecken, sobald es die Coronalage zulässt. Bis dahin können Freunde des Museums online in Erinnerungen an zurückliegende Events schwelgen und Neulinge einen Eindruck gewinnen, was das Museum über die Ausstellungsräume hinaus zu bieten hat. „Wir stellen nämlich auch selbst gedrehte Filme unserer Veranstaltungen auf die Seite“, sagte Schade-Didschies. Zum Beispiel Aufnahmen aufwendig selbst erstellter Kulissen, etwa der Rathausturmuhr aus „Zurück in die Zukunft“, der Eisenbahn aus „Manche mögen’s heiß“ oder eines Goldclaims aus „Winnetou“.

    Zu hören ist online künftig auch der Mitschnitt der 20-minütigen Neujahrsrede zum Jahreswechsel 1954/55 des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. „Er spricht über den Egoismus der Menschen – und ist damit heute wieder erschreckend aktuell“, sagte Schade-Didschies. Aufgenommen wurde die Rede vor mehr als 60 Jahren mit einem Tonbandgerät der Marke Eigenbau, das nun im Besitz des Museums ist: „Es nähert sich vom Gewicht her einem Zentner an“, schätzte der Museumsleiter. Besonders spannend sei das beiliegende „Riesenkonvolut“ von Tonbändern, unter anderem der Mitschnitt der ersten Verbrecherfahndung per Rundfunk in Deutschland und eine Aufnahme von Ella Fitzgeralds Gastspiel in Hamburg. „Da steckt sehr viel Potenzial drin“, freute sich Schade-Didschies darauf, alle Bänder mindestens ein Mal anzuhören.

    Der neue Internetauftritt ist nahezu fertig. Anfang Januar soll er online gehen – auch für Smartphones. „Unsere alten Internetseiten sind darüber nicht aufrufbar. Sie werden falsch dargestellt“, sagte Graewert. Offline ist der Saisonstart des Kinomuseums dagegen für März vorgesehen, sofern die Pandemie nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

    AZ 29.12.2020

     

  • Volkstrauertag 2020

    Aufgrund des Corona Lockdowns mußte die offizielle Hauptgedenkveranstaltung in Ribbesbüttel abgesagt werden. 

    Aus diesem Grund fand lediglich ein stilles Gedenken mit Herrn Pastor Bausmann und dem Bürgermeister Hans-Werner Buske in Ribbesbüttel statt. 

    Doch wieso sind drei Bilder beigefügt?

    Die Gemeinde Ribbesbüttel besteht aus den Orten Ausbüttel, Ribbesbüttel und Vollbüttel und jede Gemeinde hat eine andere Kirchenzugehörigkeit. 

    Ausbüttel - Kirche Isenbüttel

    Ribbesbüttel - Kirche Ribbesbüttel

    Vollbüttel - Kirche Leiferde

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    Friedhof in Ribbesbüttel

     

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    Friedhof Ausbüttel

     

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     Friedhof Vollbüttel

     

  • Von Klein Vollbüttel geht es in die Ferne ...

    Von Allerbüttel aus geht es in die Ferne

    Der Yachthafen am Mittellandkanal ist der Ausgangspunkt für viele Fans von Urlaub auf Seen und Flüssen.

    Maximilian Wiescher

    Calberlah Der Hafen am Mittellandkanal liegt ein wenig versteckt neben der Landstraße Calberlah–Wolfsburg. Das Hafenbecken, ein Lagerplatz und das Clubheim samt Bar, Wintergarten und Grill-Pavillon sind die Heimat des Yacht-Clubs Hoffmannstadt Fallersleben. An den Wänden zeugen Flaggen von anderen Yacht-Clubs von Berlin bis Karlsruhe von weit gereisten Gästen. 22 der 25 Liegeplätze im Hafen sind für die Motorboote und Yachten der Clubmitglieder reserviert, die restlichen werden für Gäste frei gehalten.

    „Dieses Jahr haben wir hier viele Holländer als Gäste, die in Berlin, Brandenburg oder an der Müritz Urlaub machen“, erzählt Jürgen Schmidt, Vorstandsmitglied des Clubs. Letztes Jahr gab es 250 Gastlieger. „Es ist möglich, dass es dieses Jahr genauso viele werden. Corona kann sich negativ oder positiv auswirken. Viele, die sonst nach Italien, Kroatien oder in der Türkei gereist wären, verbringen mehr Zeit hier am Kanal.“ Viele weit gereiste Boots-Urlauber legen in Allerbüttel einen eintägigen Zwischenstopp ein, manche bleiben auch für mehrere Tage.

    Der Club hat oft weit gereiste Gäste

    Schließlich habe der Hafen in Allerbüttel zwei wichtige verkehrstechnische Pluspunkte, wie Schmidt meint: Zum einen liege er etwa in der Mitte des Mittellandkanals zwischen Berlin und den Niederlanden, zum anderen sei der Elbe-Seitenkanal in der Nähe. Das sei vor allem gut für diejenigen, die mit ihrem Boot nach Hamburg oder Lübeck fahren wollen. „Allerdings sind Kanäle für Boots-Urlauber recht langweilig. Der Elbe-Seitenkanal ist die langweiligste Binnenwasserstraße in Deutschland, 110 Kilometer lang.“ Flüsse gelten als viel interessanter, weil man dort rechts und links nicht nur Spundwände sieht.

    Für die meisten „Wasserwanderer“ gelte das Motto „Der Weg ist das Ziel“: Für eine Yacht seien zehn Stundenkilometer die entspannteste und für den Motor sparsamste Geschwindigkeit. Wer sechs Stunden auf seinem Boot verbringt, kommt also ein einem Tag 60 Kilometer weit – zum Beispiel von Allerbüttel bis Haldensleben in der Magdeburger Börde. Aber Schmidt kennt auch andere Boots-Urlauber: Manche bringen zum Urlaubsbeginn ihr Boot mit einer langen Nonstop-Fahrt nach Brandenburg, um dann umso mehr Zeit für die Potsdamer Seen, die Gewässer Berlins oder sogar die Mecklenburgische Seenplatte zu haben.

    Mit der Yacht ging es zur Ostsee

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    Peter und Helga Markert aus Vollbüttel unternahmen in diesem Sommer eine Bootsreise zur Ostsee. Maximilian Wiescher BZV

    Zu den weit gereisten Boots-Urlaubern gehörten in diesem Sommer auch Peter und Helga Markert aus Vollbüttel: Zusammen mit sechs weiteren Mitgliedern des Yacht-Clubs unternahmen sie eine dreiwöchige Ostsee-Reise. Drei Tage lang reisten insgesamt drei Boote über den Elbe-Seitenkanal und den Elbe-Lübeck-Kanal zur Ostsee, anschließend verbrachte die Reisegruppe mehrere Tage in Lübeck, Travemünde, Grömitz, Boltenhagen und Kühlungsborn.

    „Das Wetter war super, kein bisschen Sturm, alles tiefenentspannt“, resümiert Peter Markert. „Boots-Urlaub ist wie Camping: Du fährst in den Hafen, meldest dich an und hast dann dein Boot als Unterkunft.“ Schließlich sind Yachten auch mit Lagerräumen, Schlafkabinen, Badezimmern und Miniküchen ausgestattet – ähnlich wie Wohnmobile, allerdings mit wesentlich mehr Platz.

    GR 15.08.2020

     

  • Herzlichen Glückwunsch zum 100.Geburtstag - liebe Louise Jäger

    Landfrau, Sportlerin, Gärtnerin – jetzt Jubilarin

    Am heutigen Montag feiert Luise Jäger aus Vollbüttel ihren 100. Geburtstag.

    Reiner Silberstein

    Vollbüttel Als Luise Jäger aus Vollbüttel am 27. Juli 1920 das Licht der Welt erblickte, hatte die Weimarer Republik gerade ihre erste reguläre Reichstagswahl hinter sich, erholte sich vom Kapp-Putsch und hatte Preußen erst die Standesvorrechte des Adels abgeschafft. Am heutigen Montag feiert die lebenslustige Frau ihren 100. Geburtstag.

    An die frühen politischen Ereignisse während der 1920er Jahre kann sich die Jubilarin natürlich nicht mehr erinnern. Aber: „Ich hatte eine sehr schöne Kindheit.“ Sie wuchs wohlbehütet als das fünfte Kind der Familie Thölke in Ahnsen auf. „Mein Vater war Bahnbeamter an der Strecke Hannover-Berlin.“ Ihre Geschwister waren viel älter als sie, was den Vorteil mit sich gebracht habe, dass sie stets die größten Geschenke bekam.

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    Luise Jäger aus Vollbüttel feiert heute ihren 100. Geburtstag. Reiner Silberstein BZV

    1927 ging sie zur Schule ihres Dorfs. „Wir hatten zwei Lehrer, einen strengen und einen nicht so strengen. Der Unterricht war anders als heute“ – zwei Stunden vormittags im Sommer, vier im Winter. Alles war auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Vor allem das Jahr 1936 blieb Luise im Gedächtnis: „Wir standen Spalier an der Hauptstraße, als die Olympiafahne nach Berlin getragen wurde.“ In der Schule lernte sie auch ihre beste Freundin kennen: Lieschen Witt. „Sie war für mich wie eine Schwester“ – bis zu ihrem Tod vor fünf Jahren.

    Drei Jahre arbeitete Jäger in der Ahnser Gastwirtschaft, dann fünf Jahre lang in einem Hannoveranischen Haushalt. Sie hatte Glück: Bevor dort immer wieder Weltkriegsbomben einschlugen, kam sie zurück nach Ahnsen, arbeitete im Büro des Bürgermeisters.

    Das Jahr 1951 veränderte ihr Leben: Bei einer Feier ihrer Cousins in Ahnsen traf sie auf Albert Jäger aus Vollbüttel. Sie verliebten sich, heirateten im Jahr darauf, zogen auf seinen Hof (wo sie heute noch lebt) und bekamen 1953 Sohn Albert junior. Die Umstellung auf Landwirtschaft mit Schweinen, Pferden, Hühnern, Hunden und Katzen fiel ihr nicht schwer: „Ich war ja auf dem Land groß geworden. Am liebsten waren mir die Kühe, die gaben die Milch.“

    Klar, als Landwirte gab es nicht viel Urlaub, nur einmal zur Silberhochzeit war der Harz das Ziel. Sonst unternahm Luise Reisen stets ohne ihren beiden Alberts – dafür mit den Landfrauen. Das Paar war aber sonst im ganzen Dorfleben fest integriert, die Jubilarin vor allem im Sportverein: „Ich habe mein ganzes Leben Sport gemacht, bis über 80.“ Die Gymnastiksparte war die ihre. Mit ihrem Mann, der 1999 starb, ist sie aber auch immer nach Gifhorn zum Schwimmen gefahren. Wie man sich über Wasser hält, hatte sie einst als Kind in der Oker gelernt.

    Heute verbringt sie gern viel Zeit im Garten und zupft mal hier und dort das Unkraut, sofern es die Kräfte zulassen. Abwehrkräfte hat sie jedenfalls reichlich, Krankheiten habe sie selten gehabt, sagt Jäger und stellt Vermutungen an, woran das liegt: „Wir haben einen großen Obstgarten.“ Sonst sind Bücher, Rätsel und das Kartenspiel ihre Hobbys. Auch den Haushalt bewältigt teils noch allein.

    Die Feier mit Freunden, Nachbarn, Neffen, Nichten und Bürgermeister am Montag – Corona-bedingt an Zehnertischen in einem Saal – organisieren Sohn Albert junior, Schwiegertochter Birgit und Enkelsohn Jan. „Ich weiß von nichts!“, sagt sie mit einem Augenzwinkern, „aber ich freue mich sehr darauf.“ Seit Wochen schon sei sie aufgeregt. Besondere Wünsche habe sie aber nicht – „ich bin wunschlos glücklich“ – außer Gesundheit und Gottes Segen. Das ist auch das Motto der Einladungen.

    GR 27.07.2020

     

  • Dias und Super-8-Filme stapeln sich

    Dias und Super-8-Filme stapeln sich

    Die Aufnahmen des Wolfsburgers Reinhard Biek haben für das Kinomuseum lokalhistorische Bedeutung.

    Reiner Silberstein

    Vollbüttel Die halbe Cafeteria des Vollbütteler Kinomuseums ist zugestellt – mit Kisten voller Dias, Bücher, Plakate und vor allem mit etlichen Super-8-Filmen. Es ist der fast vollständige Nachlass von Reinhard Biek aus Wolfsburg. Den hat seine Tochter, Heidrun Hirt aus Gifhorn, am Montag dem Museums-Chef Peter Schade-Didschies überreicht. Die Schachteln tragen Beschriftungen wie „Auf Captain Cooks Spuren“, „Unter den goldenen Kuppeln von Kiew und Leningrad“ sowie „Im Dschungel des Amazonas“. Klarer Fall: Da hat jemand viele Reisen unternommen und reichlich gefilmt und fotografiert. Andere Schachteln tragen Texte wie „Brome 1987“, „Schützenfest“ und „Wolfsburger Moore“.

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    Heidrun Hirt aus Gifhorn überreicht Peter Schade-Didschies den Nachlass ihres Vaters Reinhard Biek aus Wolfsburg. Reiner Silberstein

    „Mein Vater ist 1995 gestorben“, erzählt Hirt. Und ihre Mutter Ursula sei kürzlich in ein Seniorenheim umgezogen. Somit hatte die Gifhornerin nun die Aufgabe, die Wohnung in der Wolfsburger Siemensstraße aufzulösen, die die vergangenen 55 Jahre das Zuhause des elterlichen Ehepaares war.

    Dabei blieb die Frage: Was soll mit dem riesigen Fundus an Medien geschehen, die der gelernte Flugzeugbauer und spätere Ingenieur in der Volkswagen-Entwicklung erstellt hat? Das sind knapp 6000 Dias und mehr als 70 Super-8-Filme mit etwa 45 Minuten Länge. „Ich habe zehn Jahre in Vollbüttel gewohnt, und so kam ich auf das Kinomuseum.“ Schade-Didschies habe auch gleich ja gesagt.

    „Ich wusste aber nicht, was auf uns zukommt“, gesteht der Vorsitzende des Museumsvereins. Sprich: Die Menge des Materials sei so umfangreich, dass man gar nicht alles unterbringen könne. „Die vielen Filme und Dias müssen einst ein Vermögen gekostet haben.“ Jetzt müsse man selektieren, was wirklich relevant und aufhebenswert ist – ein Job für die nächsten Jahre. „Wir suchen Informationen, die nicht überall verfügbar sind, und individuelle Sichtweisen.“

    Es gebe aber auch Filmaufnahmen aus den ersten Tagen des Gifhorner Mühlenmuseums und vom Bernsteinsee – also von lokalhistorischer Bedeutung. „Etliche Filme hat schon das Museum der Stadt Wolfsburg übernommen“, sagt Hirte.

    Das Gros beinhaltet jedoch Aufnahmen von den vielen Reisen Bieks. „Unsere erste ging mit dem Fahrrad zur Ostsee“, erinnert sich die Tochter.

    Später habe die Familie ganz Deutschland durchquert und ab den späten 70ern die ganze Welt. Die Tochter erinnert sich noch, wie die Kinder mithalfen, die schwere Ausrüstung des Vaters mit Praktika-, Rollei-, Nizo-Kamera und etlichen Objektiven bei 40 Grad Celsius durch die italienische Stadt Rimini schleppen musste – „ich fragte: Warum sind wir eigentlich nicht mehr Kinder? Dann hätten wir mehr Schultern zum Tragen!“ Ein Teil dieser Ausrüstung steht übrigens schon ein paar Jahre in den Vollbütteler Vitrinen.

    Zuhause veranstaltete der Vater dann Dia- und Filmvorträge unter anderem im Wolfsburger Kulturzentrum. Hirt: „Er hat immer alles akribisch recherchiert, die Plakate selbst erstellt und die Vorträge freihändig gehalten. Meine Mutter hat die Dias weitergeklickt. Die Säle waren immer voll.“ Alle Filme habe der Wolfsburger selbst geschnitten und vertont.

     

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    Die letzte Reise verursachte aber auch Bieks Tod: Er erlitt nach Beinbruch und Krankenhausaufenthalt in Thailand nach dem Rückflug eine Thrombose mit Herzinfarkt.

    „Das ist ein absolut spektakulärer Nachlass“, so Schade-Didschies, „so einen breiten Fundus habe ich von privat noch nicht gesehen. Reinhard Biek hat dafür gelebt.“ Wenn das Material gesichtet ist, soll es auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.

    GR 07.07.2020

  • Rötgesbütteler wünschen sich eine bessere Busanbindung zur Bahn

    Rötgesbütteler wünschen sich eine bessere Busanbindung zur Bahn

    Rötgesbüttel.  Beim Diskussionsabend in der Bürgerhalle diskutierten Bewohner über den künftigen Stundentakt und den neue Haltepunkt.

    Dirk Kühn

    Ein Meilenstein für den Ort, eine große Errungenschaft für Rötgesbüttel und die umliegenden Orte – „besser geht es eigentlich nicht!“ Lukas Bluth, ÖPNV-Angebotsplaner beim Regionalverband, ließ am Montagabend in der Rötgesbütteler Bürgerhalle an Überzeugungskraft nichts aus, um die Vorzüge des im Bau befindlichen Ausweichgleises, des ab Dezember zu erwartenden Stundentakts auf der Bahnstrecke Braunschweig-Uelzen und des neuen Haltepunkts in Rötgesbüttel anzupreisen. Doch wirklich überzeugen konnte er nicht alle, der knapp 40 Gäste.

    Eingeladen hatte die Wählergemeinschaft in Rötgesbüttel (WiR), die Moderation übernahm Frank Schlimme. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Ideen, Vorschläge, Visionen, die im Idealfall dazu führen, dass von den 2300 Einwohnern der Gemeinde, möglichst viele das Auto stehen lassen, um mit Bus und Bahn zur Arbeit zu fahren. Aber wie soll der Busverkehr an den Bahnhaltepunkt angebunden werden, der künftig fast in der Feldmark liegt und nur über eine Straße erreichbar ist, die für einen Bus zu eng ist und keine Wendemöglichkeit bietet? Dazu Ribbesbüttels Bürgermeister Hans-Werner Buske: Die Planung sei unprofessionell, er habe sich an den Kopf gefasst, als er erstmals davon gehört habe. Diskutiert wurde eine Anbindung des Haltepunktes über die Kreisstraße. Das habe die Bahn jedoch bisher abgelehnt, so Hermann Schölkmann, Rötgesbütteler Bürgermeister. Er signalisierte, gern noch einmal nachhaken zu wollen. Unter Umständen könnte dann der ehemalige Rötgesbütteler Güterbahnhof genutzt werden, eine Fläche, die derzeit von der Kreisstraßenmeisterei in Beschlag genommen ist.

     

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    Ribbesbüttels Bürgermeister Hans-Werner Buske (von links), Rötgesbüttels Bürgermeister Hermann Schölkmann, VLG-Geschäftsführer Stephan Heidenreich und Lukas Bluth, ÖPNV-Angebotsplaner beim Regionalverband. Foto: Dirk Kühn

    Wenig Hoffnung für eine bessere Busanbindung machte auch VLG-Geschäftsführer Stephan Heidenreich den Zuhörern. Er verwies auf die Verknüpfungen in Meine und an der Waldried (Gifhorn-Süd). Der Takt der Linie 111 soll im nächsten Jahr verbessert werden, aber eine konkrete Planung für Rötgesbüttel gebe es nicht. Der Nahverkehrsplan sehe lediglich vor, das Angebot eines Rufbusses für eine Verbindung zwischen Ribbesbüttel und Rötgesbüttel. Auch der Vorschlag, die Linie 111 von Leiferde kommend über Vollbüttel und Ribbesbüttel künftig über Rötgesbüttel fahren zu lassen, fand bei Heidenreich keine Zustimmung. Das verlängere die Fahrt um 10 bis 15 Minuten. Er gestand ein: „Rötgesbüttel liegt so ein bisschen im Windschatten.“

    Klaus Rautenbach, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen schlug vor, dass im Nordkreis geplante Bus-on-Demand-Projekt auch auf die Gemeinde Rötgesbüttel auszudehnen. Heidenreich dazu: Eine Ausweitung sei denkbar, wenn das Pilotprojekt zu positiven Ergebnissen führe.

    Rötgesbüttels Bürgermeister mahnte eine Busanbindung nach Leiferde vor allem wegen des Schülerverkehrs an. Wenn die Rötgesbütteler Schüler dort aufs Gymnasium sollen, dann müsse es auch eine Busverbindung geben. Heidenreich stimmte zu, da es derzeit nur ein einziger Schüler sei, habe die VLG eine Vereinbarung mit einem Taxiunternehmen getroffen.

    Zum neuen Haltepunkt erläuterte Schölkmann, dass ein Ingenieurbüro mit der Planung von 25 bis 30 Pendlerparkplatzen beauftragt sei. Sie sollen gegenüber des Regenrückhaltebeckens geschaffen werden.

    GR 10.03.2020