Virtueller Besuch beim Wunder von Winkel im Kinomuseum Vollbüttel

Das Kinomuseum Vollbüttel macht seine Schätze auch in Corona-Zeiten zugänglich: mit einem virtuellen Museumsbesuch und einem 360°-Grad-Rundgang.

Dirk Kühn

Vollbüttel Wo begegnen Besucher dem Kleinen König, dem emsigen Hannoveraner und getarnten Überläufer auf nur wenigen Quadratmetern? Ganz klar, das ist einzig im Kinomuseum Vollbüttel möglich – eines der spannendsten Museen im Landkreis Gifhorn, das einlädt zu einem unterhaltsamen Spaziergang durch die technische Welt von Kino, Film und Fernsehen.

 

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Museumsleiter Peter Schade-Didschies zeigt ein selbstgebautes Tonbandgerät, das knapp 40 Kilo wiegt. Kühn

Ein Museumsbesuch in Corona-Zeiten? Auch das ist in Vollbüttel möglich. Dürfen die Besucher nicht ins Museum, kommt das Museum halt zu den Besuchern – via Internet ist das zumindest auf ungewöhnliche Weise möglich: mit einem virtuellen Museumsrundgang. So einen Rundgang bietet das Kinomuseum Vollbüttel seit kurzem auf seiner neugestalteten Internetseite an: https://www.kinomuseum.de/

Per Mausklick können die Besucher durchs Museum spazieren – eine schöne Abwechslung in Zeiten der Pandemie. Denn wann das Museum wieder öffnen darf, ist derzeit nicht absehbar. Normalerweise wäre momentan zwar ohnehin Winterpause, und ab März wieder geöffnet. Doch ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Umso glücklicher ist das Museumsteam um Peter Schade-Didschies, Wolfgang Graewert und Bernd Riechers, den Kinofans und Technikinteressierten einen komplett neuen Internetauftritt präsentieren zu können.

Wie beim richtigen Museumsbesuch gilt auch beim virtuellen Rundgang: Die Besucher sollten sich Zeit nehmen und neugierig sein. Blaue Pfeile weisen den Weg. Hinein geht’s, vorbei am kleinen Kinosaal mit seinen 30 Sitzplätzen wartet linker Hand schon der emsige Hannoveraner, ein Projektor der hannoverschen Firma Peck und Kerkhoff, die schon ab 1911 Kinomaschinen baute. Direkt daneben steht der Ernemann Imperator, eines der Glanzstücke des Museums. Die Besonderheit: Er war der erste Projektor, der komplett aus Stahlkomponenten gefertigt wurde. In 23 von 26 Pariser Kinos stand so ein Monstrum. Der nächste Klick führt zum Kleinen König, als Projektor seinerzeit Marktführer. Weiter geht’s zu einem Tonband Marke Eigenbau inklusive Hörerlebnis: Die Neujahrsrede zum Jahreswechsel 1954/55 des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. So macht die museale Entdeckungsreise Spaß. Vor allem, wenn der Besucher vor dem Wunder von Winkel steht: eine 35mm-Filmkamera aus dem Nachlass des Winklers Wilhelm Müller, der in den 30er Jahren in der Wochenschau- und Filmszene Fuß fassen wollte.

Rund 40 Ausstellungsstücke kann der Museumsbesucher beim virtuellen Rundgang besichtigen. Ein Klick genügt, und schon liefert eine Sprecherin allerhand Informationen über beispielsweise einen Loewe-Fernseher aus dem Jahr 1957, der damals der Stolz im Wirtschaftswunder-Haushalt war. Wer möchte, kann zu jedem Objekt Details erfahren, die in einem Videoclip erläutert werden. 40 Ausstellungstücke, 40 Texte, 40 Clips – „das war eine Menge Arbeit“, sagt Schade-Didschies. Die Realisierung lag in den Händen der Wendeburger Firma Lightvision. Jonas und Simon Tittelmeier rückten die Ausstellungsstücke ins rechte Licht, stellten die Clips zusammen und sorgten vor allem für eine nutzerfreundliche Darstellung auf der Internetseite. Eine der Herausforderungen dabei: Bei einem 360°-Grad-Rundgang kommen große Datenpakete zusammen, die so aufbereitet werden müssen, dass die Datengeschwindigkeit nicht leidet und die Nutzer am PC oder Laptop in gewohntem Tempo auf der Seite bequem navigieren können.

Und selbstverständlich auch mit dem Smartphone. Der neue Internetauftritt ist responsiv und kann auch mit mobilen Endgeräten aufgerufen werden. Überhaupt soll das Smartphone künftig auch ein stückweit den Museumsführer verzichtbar machen und als Audioguide dienen. Über QR-Codes gelangen Besucher zu den Erläuterungen über die Ausstellungsstücke. Das sei auch mit Blick auf die Pandemie ein großer Vorteil, so Schade-Didschies.

Denn so groß die Freude über den neuen Internetauftritt auch ist – die Besucher sind für das Kinomuseum von existenzieller Bedeutung. Im vergangenen Jahr waren es gerade Mal neun. Kein Freiluftkino, keine Sonderausstellungen. „Alle Veranstaltungen sind weggebrochen“, so Schade-Didschies. „Der Vorstand war sich einig, wir wollten mit Blick auf Corona kein Risiko eingehen. Wer will das verantworten.“ Unterstützung angesichts der entgangenen Einnahmen kam vom Lüneburgischen Landschaftsverband, der dem Förderverein 3500 Euro überweis. Weitere Spenden halfen, um über die Runden zu kommen. Der neue Internetauftritt konnte mit Hilfe der Bundessozialstiftung finanziert werden. Sie zahlte einen zweckgebundenen Zuschuss von 25.000 Euro, rund 4000 Euro kamen aus eigener Kasse, erklärt Schade-Didschies. Die Investition war längst überfällig, der alte Auftritt war gut 20 Jahre alt. „Das neue Internetportal soll uns repräsentativ darstellen, um den Menschen Lust zu machen auf einen Museumsbesuch“, sagt Schade-Didschies. Das ist gelungen – Film ab!

GR 06.02.2021

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Ribbesbüttel gibt bei Gewerbegebiet Gas

Die Gemeinde sucht einen Investor für die Erschließung des 36.000 Quadratmeter großen Areals.

Daniela Burucker

Ribbesbüttel Die Gemeinde will Nägel mit Köpfen machen und noch 2021 ein Gewerbegebiet auf den Weg bringen. Die Suche nach einem Investor für die fast 36.000 Quadratmeter große Fläche nahe der Peiner Landstraße (L320) läuft auf Hochtouren. Zugleich lässt die Verwaltung die Erschließung des Gebietes in Eigenregie prüfen. Den Finanzbedarf für das Projekt an der Straße Am Sandberg bezifferte Bürgermeister Hans-Werner Buske im Umwelt,- Bau- und Wegeausschuss auf 1,8 Millionen Euro. Zumindest soll diese Summe für alle Fälle in den Investitionshaushalt eingestellt werden. „Die Zahl wird nicht so hoch ausfallen“, erklärte Buske. „Wer mich kennt, weiß, dass ich den schlimmsten Fall gerechnet habe.“

Bis Ende März möchte Buske Klarheit haben. Solange steht seine Tür für Investoren und Gewerbetreibende offen.

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Bürgermeister Hans-Werner Buske mit seiner Hündin Chrissy auf der Fläche des künftigen Gewerbegebietes. Daniela Burucker

Den Grundsatzbeschluss für das Gewerbe- und Sondergebiet, das auch das Tierheim beherbergen soll, hatte der Gemeinderat im September gefasst. Den Antrag, das Gebiet zu kaufen und zu erschließen, hatte die Samtgemeinde zwischenzeitlich mit der Begründung abgelehnt, laut ihrer Satzung dürfe sie nur Wohngebiete erschließen.

Ein weiteres Thema war die künftige Gestaltung des alten Ribbesbütteler Ortskerns. Einstimmig votierte das Gremium unter Vorsitz von Stefan Löbbecke für die Erhaltungssatzung „Alter Ortskern Ribbesbüttel“ sowie für den Aufstellungsbeschluss des gleichnamigen Bebauungsplanes. Planer Hermann Schütze, der die Erhaltungssatzung samt einem Leitfaden mit einer Arbeitsgruppe entwickelt hat, bezeichnete diese Alternative zur üblichen Gestaltungssatzung als „schnelles Instrument“, um den Ort in seiner Optik zu erhalten. Ein Hausbau gegenüber der Schule hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Damit sich so etwas nicht wiederholt, muss jedes Bauvorhaben von der Gemeinde abgesegnet werden. Der Leitfaden gibt Aufschluss darüber, was bei Dachform, Dacheindeckung und Außenwänden gewünscht ist. Löbbecke wies auf das kostenlose Beratungsangebot seitens der Gemeinde hin: „Um Ärger zu vermeiden, sollen Bauwillige das im Vorfeld nutzen.“ Der Geltungsbereich erstreckt sich auch auf die große Freifläche an der Gutsstraße, Heerstraße und Masch. Der mit dem Votum für den Aufstellungsbeschluss auf den Weg gebrachte Bebauungsplan beinhaltet alle Flächen, die nicht von der Erhaltungssatzung oder einem B-Plan erfasst sind. Um eine zu dichte Bebauung zu verhindern, dürfen nur Einzel- und Doppelhäuser mit maximal einer Wohnung pro Haus gebaut werden.

GR 06.02.2021

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Ribbesbüttel sucht Investor für neues Gewerbegebiet

Platz fürs Tierheim und Gewerbe vorgesehen – Bebauungsplan für alten Dorfkern

Von Ron Niebuhr

Ribbesbüttel. Den alten Dorfkern von Ribbesbüttel bewahren – diesen Wunsch hegt die Gemeinde. Ein Arbeitskreis entwickelte zusammen mit dem Planer Hermann Schütz eine Erhaltungssatzung. Zudem soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Weiteres Thema im Umwelt-, Bau- und Wegeausschuss war am Donnerstagabend die Ausweisung eines Gewerbegebietes mit Platz für das neue Tierheim.

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Ein neues Gewerbegebiet für Ribbesbüttel: Auch das Tierheim soll auf der Fläche unweit der Peiner Landstraße einen Platz finden. foto: Lea Rebuschat/Archiv

Im September trat die Gemeinde Ribbesbüttel an die Samtgemeinde Isenbüttel mit dem Wunsch heran, ein Gewerbegebiet an der Straße Am Sandberg auszuweisen. Es geht um 36 000 Quadratmeter unweit der Peiner Landstraße. Die Samtgemeinde erklärte sich für nicht zuständig. „Sie realisiert für die Mitgliedsgemeinden nur Wohngebiete“, sagte Hans-Werner Buske. Der Ribbesbütteler Bürgermeister nahm sich der Sache daher zunächst selbst an, geht es doch darum, ortsansässigen Betrieben die Chance zu geben, sich zu vergrößern und in der Gemeinde bleiben zu können. „Wir haben schon einige Interessenten. Vor allem möchten wir auch das Tierheim sehr gern im Dorf halten“, betonte Buske. Auf zusätzliche Steuereinnahmen hofft man ebenfalls. Der Bauausschuss beauftragte den Bürgermeister, bis Ende März Investoren zu suchen und zugleich zu prüfen, ob die Gemeinde ein Gewerbegebiet dieser Größe selbst erschließen und vermarkten kann. Im Haushaltsplan setzte man dafür vorsorglich eine Kreditaufnahme von bis zu 1,8 Millionen Euro an. So viel werde es sicherlich nicht kosten, „aber ich rechne lieber immer mit dem Schlimmsten“, sagte Buske. Die Planung steht eh noch ganz am Anfang: „Es ist bisher nichts unterschrieben worden. Es ist alles noch zu stoppen, wenn der Rat Bedenken hat“, versicherte Buske. Wer sich für Grundstücke im Gewerbegebiet interessiert oder als Investor auftreten möchte, kann sich an die Gemeinde wenden. Planer Schütz stellte dem Ausschuss die Ergebnisse des Arbeitskreises vor: Erhaltungssatzung und B-Plan zielen darauf ab, dass die Gemeinde mitreden kann bei Bauvorhaben im alten Dorfkern. Es soll vermieden werden, dass Neubauten von der üblichen Gestaltung abweichen. Zulässig sollen im Plangebiet nur normal- und dünnformatige Klinker für die Fassaden sowie Tonziegel für die Dächer sein – und zwar beides in naturroten Farbtönen.

Der B-Plan legt die maximale Gebäudehöhe auf neun Meter fest. Erlaubt sind Einzel- und Doppelhäuser. Die Grundstücksgröße ist mit 750 Quadratmeter beziffert. Das Plangebiet insgesamt ist recht groß, einige Gebäude allerdings sind von den Vorgaben ausgenommen, da für sie der Denkmalschutz mit ohnehin noch viel strengeren Regeln greift. Der Ausschuss stimmte Erhaltungssatzung und Bebauungsplan zu, der Rat befindet voraussichtlich am
4. März.

AZ 06.02.2021

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Schottergärten verhindern:
Kostenlose Beratung für Bauherren

Gemeinde Ribbesbüttel und Nabu Leiferde helfen bei naturnaher und pflegeleichter Gestaltung

Ribbesbüttel. Die Gemeinde Ribbesbüttel möchte dafür sorgen, dass in den Neubaugebieten keine Schottergärten entstehen – Bürgermeister Hans-Werner Buske nennt sie „Gärten des Grauens“. Um die Bürger aus dem Baugebiet Im Langen Ehlern in Vollbüttel zu unterstützen, ihre Gärten anders zu gestalten, hat sie gemeinsam mit dem Nabu einen Flyer entwickelt und bietet darüber hinaus konkrete Unterstützung an. „Wir wollen schon im Vorfeld informieren, damit es gar nicht erst zum Streit beziehungsweise juristischen Auseinandersetzung kommt“, nennt der Bürgermeister den Grund für diesen Flyer.

„Herzlich willkommen in Vollbüttel“ heißt es im Flyer, den Buske unterschrieben hat. „Mit Ihrem Hausbau im Langen Ehlern sind Sie nun ein Mitglied unserer Gemeinde Ribbesbüttel geworden.“ Dann stellt er kurz die Gemeinde vor, bevor er schreibt: „Unsere Dörfer liegen in einer sehr schönen naturbelassenen Umgebung, dieses soll auch mit Ihrer Unterstützung so bleiben. Insekten, Vögel und andere Gartentiere sollen hier ein zu Hause finden.“ Bevor jemand mit der Gartenplanung beginne, „weise ich ausdrücklich auf die Unzulässigkeit von Schottergärten hin“, schreibt Buske weiter und bezieht sich auf die Niedersächsische Bauordnung. Stattdessen sei ursprünglich geplant gewesen, in Zusammenarbeit mit dem Nabu Leiferde zu einem Vortrag darüber einzuladen, wie ein pflegeleichter und schöner Garten aussehen kann – „aber die derzeitige Lage erlaubt es uns nicht“. Stattdessen hat sich Dierk Hagenah, laut Buske „ein sehr kompetenter Gartenexperte aus Vollbüttel“, bereit erklärt, kostenfrei zu beraten. Wer Fragen zur zukünftigen Pflanzenauswahl habe, könne sich bei ihm melden. Hagenah wohnt in der Hauptstraße 8 in Vollbüttel und ist telefonisch unter (01 62) 233 55 11 sowie unter der Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen. red

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So nicht: Die Gemeinde Ribbesbüttel will Schottergärten verhindern und bietet Bauherren Unterstützung zur Anlage von naturnahen Gärten an.foto: D. Korsawe

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Vierter Ruhewald in der Region startet mit der neuen Woche

Gifhorn.  Der Ruhewald Rittergut Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn ist fertiggestellt. Betreiber Julius Löbbecke lädt Interessenten zum Spaziergang ein.

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Der Wald zwischen Ribbesbüttel und Rötgesbüttel hat sich in den vergangenen Monaten stark gewandelt: Nicht nur, dass sich Laub und eine Puderzuckerschicht Schnee über den Boden gelegt haben. Dort stehen nun auch Bänke, Rednerpult, Findling, Urnensockel und ein Kreuz zwischen den Laubbäumen, sind zwei Rundwege mit Natursteinschotter und Ästen angelegt. Der zweite Ruhewald des Kreises Gifhorn und der vierte in unserer Region steht vor seiner ersten Bestattung. „Mir war besonders wichtig, das alles so naturnah wie möglich, aber barrierefrei gestaltet ist“, sagt der 27-jährige Betreiber Julius Löbbecke, der Land- und Forstwirtschaften erst bei seinen Eltern, dann im Studium in Göttingen und Wien gelernt hat. So kommen Trauergäste auch mit Rollatoren und Rollstühlen vom Parkplatz über die geschlungenen Wege bis zum Andachtsplatz und zu den Bestattungsbäumen. „Über die Gräben haben wir kleine Holzbrücken angelegt.“

Behörde und Träger haben frühzeitig Grünes Licht gegeben -- Betreiber ist schon jetzt startklar

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 Ein Blick in das Gelände des neuen Ruhewaldes Rittergut Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn. 

Foto: Reiner Silberstein

Alles sei aus dem Eichenholz des Familienwaldes selbst gebaut. Bei einer Bestattung werde der Platz mit Grün aus dem Wald geschmückt, die Gäste können einzelne Blumen am Findling ablegen. Kränze und Gestecke seien sonst aber nicht erwünscht. „Die Grabpflege übernimmt die Natur“, so Löbbecke. Eigentlich war geplant, den vier Hektar großen „Ruhewald Rittergut Ribbesbüttel“ irgendwann im kommenden Frühjahr zur eröffnen. Aber die Trägerschaftsübernahme durch die Samtgemeinde Isenbüttel sowie die Widmung und Erlaubnis durch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Gifhorn waren zeitnah erfolgt. Und durch Corona war Familie Löbbecke selten abgelenkt, allein im Wald zu bauen und gestalten: „Wir haben die Zeit genutzt und alles viel schneller hergerichtet als gedacht.“ So haben Baumkletterer zum Beispiel etliches Totholz aus den Wipfeln geholt, damit niemandem etwas auf den Kopf fallen kann – die Verkehrssicherungspflicht liegt ebenfalls bei Löbbecke.

Und weil wegen der Pandemie offizielle Eröffnungsfeiern auf absehbare Zeit eh nicht erlaubt sind, startet der Jungunternehmer schon jetzt. Interessen können im akuten Trauerfall oder schon Jahre im Voraus zwischen drei Varianten wählen: An Gemeinschaftsbäumen finden bis zu zwölf Urnen für 20 Jahre Platz. Man kann sich auch einen Baum nur für ein oder zwei Personen reservieren. Und schließlich gibt es Familien- beziehungsweise Freundesbäume für ebenfalls bis zu zwölf Urnen, die allerdings Laufzeiten bis zum Jahr 2110 haben können, wenn gewünscht -- also 89 Jahre. So lang dauert die garantierte Widmung des ganzen Ruhewaldes. Aber das heißt auch: Die jetzt schon bis zu 200 Jahre alten Buchen und Eichen im östlichen Teilbereich werden jetzt noch viel älter, weil im Ruhewald das Forsten tabu ist. „Wir erhalten somit auch vielen Tieren ihren Lebensraum.“

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Ein Blick in das Gelände des neuen Ruhewaldes Rittergut Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn. 

Foto: Reiner Silberstein

Auf der westlichen Seite des Hauptweges haben Löbbeckes dagegen jüngere Laubbäume 20 verschiedener Arten stehen, und weitere kommen noch hinzu. Mittendrin schlängeln sich die Wege um ein Feuchtbiotop.

Führung über Ruhewald-Gelände für einen Haushalt nach Anmeldung möglich

Von Bürgern und Bestattern aus der ganzen Region hat Julius Löbbecke positive Rückmeldungen bekommen, sagt er: „Sie bestätigten mir, dass die Nachfrage größer wird. Es waren auch schon einige hier und haben es sich angeschaut.“ Der Ribbesbütteler Ruhewald zieht Interesse aus den Kreisen Gifhorn, Celle, Peine, Helmstedt sowie aus den Städten Wolfsburg und Braunschweig auf sich. Denn die nächsten Alternativen liegen in Cremlingen, Uetze und nördlich von Kästorf/Gifhorn. „Ich lade die Menschen ein, hier einfach mal einen Spaziergang zu machen und sich den Wald anzuschauen“, so Löbbecke, denn das sei ja eins der wenigen Dinge, die die Corona-Beschränkungen noch erlauben. Auch eine Gruppe aus einem Haushalt dürfe er nach Anmeldung herumführen. Die Anfahrt erfolgt vom Druffelbecker Weg in Ribbesbüttel aus, vor der letzten Scheune links über den Feldweg. Nach etwa 500 Metern beginnt der Ruhewald. „Ein Hinweisschild kommt bald“, versichert der Betreiber.

Wer sich von zuhause aus informieren möchte, kann das auf der Internetseite tun, die Mitte der Woche freigeschaltet wird (www.ruhewald-ribbesbuettel.de), per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon unter (0160) 3039571. Auch auf Facebook ist der „Ruhewald Rittergut Ribbesbüttel“ zu finden.

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