So eignen Kinder sich Technik an

Vollbüttel. Über seine Erfahrungen mit dem von ihm initiierten Projekt „Atwik“ wird Peter Schade-Didschies am Sonntag, 22. September, ab 11 Uhr im Kinomuseum Vollbüttel berichten. Das Kürzel „Atwik“ steht für die „Aneignung technischen Wissens im Kindesalter“.

In den Jahren 2008 bis etwa 2011 beobachtete und begleitete er Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren dabei, wie sie ausgediente Geräte zerlegten, ergründeten und die ausgebauten Komponenten teilweise wieder zum Leben erweckten. Die „Experimentelle Exploration“, insbesondere in den Gebieten des Handwerks und der Technik, ist ein Erfahrungs- und Lernbereich, der weitgehend aus der Lebenswelt von Kindern verschwunden ist. Im Rückgriff auf eigene aber auch in der Literatur verankerte Erfahrungen stellte sich die Frage, wie ausgeprägt das Bedürfnis heutiger Kinder ist, sich die Technik selbstbestimmt anzueignen – wenn man sie denn lässt.

Die Ergebnisse, dokumentiert durch eine opulente Bilderstrecke, werfen ein völlig anderes Licht auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse von Kindern und zeigen auf, welches ungeheure Potenzial gerade in diesem Lebensabschnitt steckt. Die Beobachtungen fanden im Kindergarten Sankt Marien in Isenbüttel statt, wo den interessierten Kindern für eine gewisse Zeit ein absolut qualifizierter Arbeitsbereich zur Verfügung gestellt wurde, der sich von professionellen Werkstätten allein durch die Abmessungen unterschied.

Am Nachmittag ist das Kinomuseum von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

AZ 18.09.2019

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Die tolle Knolle lieferte Anlass für ein Fest

Beim Kartoffelfest gibt es viel Reibekuchen.

Daniela Burucker

Ribbesbüttel. Das Wetter stimmte, die Stimmung auch. Beim Kartoffelfest des Vereins "Im Dorfleben" drehte sich vieles um die tolle Knolle. Aber auch die Unterhaltung von Klein und Groß kam im bunten Programm nicht zu kurz, das die Vereine des Ortes auf der Meile am Gemeindezentrum auf die Beine gestellt hatten.

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Dorfvereins-Chef Harald Schönhoff hatte allen Grund zum Grinsen: "Ich bin total glücklich, dass alle Vereine dabei sind." Der Gesangsverein, die Grundschule und der Kindergarten präsentierten Lieder, Tänze und Kreativangebote wie Kartoffeldruck, die Petri-Kids Gitarrenmusik am Lagerfeuer und die Kinderfeuerwehr bot kleine Touren in ihrem Fahrzeug an. Der Ort zeigte sich von seiner besten Seite. Somit ist für Schönhoff klar, dass das Fest fester Bestandteil im Ortsleben wird. "Es wird künftig im jährlichen Wechsel mit dem Dorfflohmarkt stattfinden", sagte er. Auch kulinarisch spielte die Kartoffel die Hauptrolle. Etwa in der Riesenpfanne in der Thorsten Müller und Annekatrin Plate aus 70 Kilo Teig Reibekuchen brieten. An ihrem Stand bildeten sich lange Schlangen von Besuchern, die geduldig auf knusprige Puffer mit Apfelmus warteten. Um zu zeigen, wie Kartoffeln früher und heute geerntet wurden, hatte Landwirt Stefan Löbbecke historische Roder und Landmaschinen aufgefahren. Zeitgleich war auf dem angrenzenden Kartoffelacker ein moderner Kartoffelroder im Einsatz, um die Knollen aus der Erde zu holen. Erstmals fanden auch Schießwettbewerbe statt. Wer beim Wettkampf mit dem Lichtpunktgewehr am schnellsten die erforderlichen Treffer setzte, wurde zum Kartoffelkönig gekürt. Bei den Erwachsenen war das Patrick Borchert und bei den Kindern Tessa Gerche.

GR 17.09.2019

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Wilscher und Vollbütteler sind beim 11. Karwendellauf dabei

Die fünf Mitglieder des VfR Wilsche genossen mehr die Impressionen als dass sie nach Medaillen jagten.

WilscheVor atemberaubender Bergkulisse ging am 31. August 2019 die 11. Ausgabe des Karwendelmarschs über die Bühne. 2500 Teilnehmer aus 29 Nationen durchquerten den größten Naturpark Österreichs. Unter dem Sternenhimmel waren fünf Läufer der Laufsparte um 6 Uhr am Start dabei, berichtet Stefan Hölter, Spartenleiter Laufen beim VfR Wilsche-Neubokel.

Mit dabei war auch die ehemalige deutsche Biathletin Laura Dahlmeier, die sich bei den Damen den Sieg in der 52 Kilometer langen Königsklasse mit einem neuen Streckenrekord sichern konnte. Vorjahressieger Alexander Lieb aus Weerberg gewann auch in diesem Jahr wieder den Karwendellauf der Herren.

Um den Sieg ging es den Wilschern Andreas Mohaupt, Jens Gille, Dierk Hagenah, Dirk Heumann und Stefan Hölter nicht. Sie wollten "nur" ins Ziel kommen und die einmalige Atmosphäre dieses legendären Laufes genießen.

 

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2300 Höhenmeter mussten sie dabei bergauf bezwingen. Mehr als 300 Freiwillige haben dafür gesorgt, dass dieser gewaltige Berglauf reibungslos über die Bühne ging. Ob sie als Bergretter für die medizinische Betreuung der Teilnehmer, im Aufbau und in der Betreuung der Labestationen oder im Aufräumkomitee, das den Naturpark Karwendel sauber hält, unterwegs sind. Die Versorgung an den zehn Labestationen war erstklassig: Mehr als 300 Liter selbst hergestellter Hollundersirup, an die 5000 Müsliriegel, 8000 Brotscheiben, 200 Kilogramm Käse und 170 Kilogramm Wurst und Gemüsesuppen. Bei der Verpflegung handelte es sich nämlich um Bio-vom Berg-Produkte. Isotonische Getränke werden durch Kräutertee mit Salz ersetzt.

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Auf die Medaille kam es ihnen gar nicht an, wohl aber auf die Herausforderung, die sie schließlich meisterten (von
links): Dirk Heumann, Stefan Hölter und Dierk Hagenah. FOTO: PRIVAT / BZV

Immer wenn die Bäuerinnen in Niederndorf anfangen Unmengen an Hollunderblüten zu sammeln und die Riegelproduktion in der Bäckerei Kostner in Mayrhofen auf Hochtouren läuft. Spartenleiter Stefan Hölter: "Eine umweltbewusste Anregung haben wir mit zu unseren nächsten Läufen genommen. Schon beim Fun-Run am 15. September wird es keine Plastikbecher mehr gegeben. Wir stellen komplett auf wiederverwertbare Becher um! Es war einfach klasse, dass die Laufstrecke nicht mehr mit den vielen Plastikbechern verunstaltet wurde."

52 Kilometer galt es beim Karwendelmarsch, der sommerlichen Top-Veranstaltung, die quer durch alpines Gelände führt, zu bezwingen. Um 6 Uhr in der Früh ging es mit dem Startschuss in Scharnitz los. Die Strecke führte über den Schafstallboden, das Karwendelhaus, die Ladizalm, die Falkenhütte, Eng, die Binsalm, den Gramai Hochleger, die Gramaialm und die Falzturnalm bis nach Pertisau am Achensee. "Uns Flachlandtiroler taten besonders die extrem steilen Gefällestrecken weh! Doch die grandiose Bergkulisse entschädigte uns mehrfach." Vorbei an steilen Felswänden, bunten Bergwiesen und urigen Almhütten wird Kilometer um Kilometer zurückgelegt.

Abends im Zelt wurden dann schon die Pläne für den nächsten alpinen Berglauf geschmiedet. Vielleicht geht es nach Lichtenstein oder in die Dolomiten. red

GR 14.09.2019

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Das ganze Dorf feiert: Ribbesbüttels zweites Kartoffelfest ist ein Erfolg

Alle Vereine und Einrichtungen bringen sich mit Aktionen ein – Jung und Alt genießen den Tag

Von Marieke Eichner und Christina Rudert

Ribbesbüttel. Ein buntes Treiben begrüßte am Samstagnachmittag die Besucher des zweiten Ribbesbütteler Kartoffelfestes auf dem Festplatz. Schon von Weitem verhieß der Geruch gebratener Kartoffelspeisen kulinarischen Genuss. Doch die Dorfgemeinschaft hatte mehr zu bieten als nur leckere Erdfrüchte.

Ein großer Zusammenschluss aus Feuerwehr, Schützenverein, Sportverein, Landfrauen, Petri-Kirche, Tierschutzverein, Grundschule, Kindergarten, Gesangsverein und dem ortsansässigen Landwirt Stefan Löbbecke organisierte ein buntes Fest für Jung und Alt, dessen Vorbereitung bereits im Frühjahr begonnen hatte. Harald Schönhoff, Vorsitzender des Vereins „Im DorfLeben“, erinnerte sich: „Damals haben alle an einem Tisch gesessen, jeder hat seine Ideen eingebracht.“ Und dann hat nach und nach jeder diese Ideen weiter entwickelt. „Toll, dass wirklich alle mitmachen. Darüber sind wir sehr glücklich.“ Geplant ist jetzt, das Kartoffelfest alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Dorfflohmarkt zu organisieren.

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Und alle machen mit: Zum Kartoffelfest in Ribbesbüttel kamen Jung und Alt. fotos (2): Christina Rudert

Nach der offiziellen Eröffnung um 15 Uhr durch Aufführungen der Grundschule, des Kindergartens mit einem Klangholztanz und des Gesangvereins Ribbesbüttel warteten vor dem Dorfgemeinschaftssaal diverse Aktionen sowie Speis und Trank auf die Besucher. Die jüngeren unter ihnen zog es vor allem zum Kartoffeldruckstand der Schule, dem Kartoffellaufparcours und dem Barfußpfad der Kneipp-Kita hin. „In unserer Kita ist das regelmäßiges Programm“, berichtete Einrichtungsleiterin Anita Wohlfeil. Lelia konnte gar nicht genug davon kriegen, immer wieder zog sie Mutter Sophie Frank an den Anfang zurück – nur die Tannenzapfenkiste umging sie nach dem ersten Versuch. „Eine Oma hat sich auch die Strümpfe ausgezogen“, hatte Anita Wohlfeil beobachtet.

Auch der Bratwurst- und Kartoffelpufferstand nicht über fehlende Nachfrage klagen. Weniger Herzhaftes hatten der Süßigkeitenstand, das Kuchenbuffet und der mobile Eiswagen zu bieten, und wen es nach einem guten Traubensaft dürstete, der konnte auch in diesem Bereich eine große Auswahl am Weinstand von Burglind und Michael Schilling vorfinden. Der Sportverein versorgte die Besucher derweil mit Getränken aller anderen Art.

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Und alle machen mit: Zum Kartoffelfest kamen Jung und Alt.

Ungeschlagenes Highlight war jedoch eine Fahrt auf dem Kartoffelpflug – dem „Spielzeug für Groß und Klein“, schmunzelte Landwirt Stefan Löbbecke – die Kinder und Großeltern oder Eltern nutzten, um Brotdosen und Jutebeutel mit der köstlichen Knolle zu füllen. Aber auch die Dorffeuerwehr ließ sich nicht lumpen und fuhr die Kinder mit dem Anhänger der Jugendfeuerwehr durch die Straßen.

Ferner konnten Groß und Klein historische Traktoren auf dem Festplatz bewundern. Leonard und Julian, die beiden Fünfjährigen und nach eigener Auskunft „sehr beste Freunde“ aus dem Kindergarten, thronten auf einem ziemlich rostigen Gefährt, „aber hier kann man drücken und blinken“, strahlte Julian. Leonards Papa Dimitri Jeske passte auf. „Tolle Gelegenheit, neue Leute kennen zu lernen“, lobte er die Idee des Kartoffelfests. „Und die Nachbarn sind auch alle hier“, berichtete der vor zwei Jahren neu Zugezogene. Der Schützenverein veranstaltete ein Pokalschießen um den Titel des Kartoffelkönigs. Bei den Erwachsenen siegte Carsten Brandes, bei den Kindern Moritz Schartner. Und wer mochte, konnte den ereignisreichen Tag am Lagerfeuer, untermalt vom Chor der Petri-Kids und der Crazy Teens, ausklingen lassen.

 

AZ 16.09.2019

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Korbflechter an der B 4 muss einpacken

Jetzt kommt heraus: Sein neuer Stand bei Ausbüttel befindet sich im Naturschutzgebiet.

Reiner Silberstein

AusbüttelHubert Schaak ist verzweifelt. "Ich weiß weder ein noch aus!" Fast drei Jahrzehnte war er als der Korbflechter aus Rötgesbüttel bekannt - bis er seinen Stand räumen musste, weil die Fläche an der B 4 verkauft wurde (wir berichteten). Dieses Jahr steht er in Ausbüttel am Bahnübergang - und muss schon wieder einpacken: "Es kam jemand vom Landkreis und sagte, die Fläche sei Landschaftsschutzgebiet." Kreisrat Mirco Schmidt bestätigt dies auf Anfrage: "Dort ist die Errichtung von baulichen Anlagen grundsätzlich nicht gestattet ? Zudem liegt das Grundstück im bauplanungsrechtlichen Außenbereich, so dass auch aus baurechtlicher Sicht eine Genehmigung nicht ohne Weiteres in Aussicht gestellt werden kann."

Schaak ist deshalb so verzweifelt, weil er sicher war, am neuen, gepachteten Standort an der B 4/Ecke Peiner Landstraße alles richtig gemacht zu haben: "Ich hatte die Genehmigungen von der Samtgemeinde, auch vom Straßenbauamt." Er hatte auf eigene Kosten einen Stromanschluss legen und eine Einfahrt zu einem Parkplatz auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück bauen lassen - alles wieder umsonst. "Dass ein Verkauf hier nicht erlaubt ist, hat sonst niemand gewusst."

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Das war auch der Grund, warum der Landkreis ihn nun noch bis Ende Oktober in Ausbüttel gewähren lässt, wie Schmidt bestätigt. Die Saison ist ohnehin bald beendet. Aber das heißt für Schaak: "Ich muss in den nächsten vier Wochen etwas Neues finden, damit ich weiß, wo ich nächstes Jahr hingehen kann."

Denn den Winter verbringt der Selbstständige mit seiner Familie immer am Wohnort in Mönchengladbach - "dort machen wir Reparaturen und stellen Neuwaren her." Im Frühjahr geht es dann zurück in den Kreis Gifhorn. Warum ausgerechnet hierher? "Wir standen ganz früher an der B 188 gegenüber vom Mühlenmuseum. Dort waren schon meine Eltern." Als dort gebaut wurde, zog es Schaaks Richtung Hannover, aber als Hubert Schaak bei einer Auslieferung das freie Feld in Rötgesbüttel gesehen hat, hat er sich gleich um eine Pacht gekümmert - und die bestand immerhin 29 Jahre lang.

"Meine Hoffnung war immer, nach Rötgesbüttel zurückzukehren", sagt er. Deshalb war er vor wenigen Tagen froh, als er eine neue Fläche in der Nähe des alten Stammplatzes gefunden hatte. Mit dem Vermieter sei alles klar gewesen, aber ein Nachbar habe alles unternommen, das Gewerbe zu unterbinden. "Die Frau hat gesagt, das sei kein Anblick für sie, eher ein Zigeunerlager - das ist eine Unverschämtheit!"

Nun weiß Schaak nicht mehr weiter: "Wir stehen vor dem Nichts." Wer eine Idee hat, besucht ihn oder ruft an: (0170) 5249581.

GR 13.09.2019

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