Der Bürgermeister feiert heute 80. Geburtstag

Heinrich Stieghahn hat das Amt in Ribbesbüttel mehr als 25 Jahre lang inne.

Reiner Silberstein

Ribbesbüttel. Gibt es bessere Voraussetzungen für das Amt des Gemeindebürgermeisters als langjährige Erfahrungen und unbändiges Durchhaltevermögen? Wohl kaum. Das ist wohl der Grund, warum Heinrich Stieghahn den Posten mehr als 25 Jahre innehat - und das mit merklicher Begeisterung. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

Das Führen einer Gemeinde muss im Blut der Stieghahns liegen: Schon Großvater August und Urgroßvater Johann waren im 18. Jahrhundert Gemeindevorsteher in Ribbesbüttel. In diesem Ort hat Heinrich Stieghahn, der am 19. Juni 1939 in Braunschweig geboren wurde, auch Zeit seines Lebens gelebt - auf dem Hof seiner Eltern in der Dorfstraße, den er in den 60er Jahren übernommen und bis vor wenigen Jahren selbst bewirtschaftet hat.

In den den ersten Jahren sah Ribbesbüttel aber noch ein wenig anders aus: "Wir sind auf der Straße groß geworden, haben dort gespielt." Mit Pferd und Wagen seien etliche Flüchtlinge aus Ostdeutschland nach Ribbesbüttel gekommen - und geblieben. Familien wie Blass, Lichtenbergs und Kleists integrierten sich schnell - viele feiern heute den Geburtstag mit. "Unsere Schule war im Gemeindehaus der Kirche, der Bollerofen hat im Winter manchmal geglüht", erzählt Stieghahn. Nach der Schule mussten die Kinder dem Lehrer noch beim Ausmisten im Stall helfen.

 

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Stieghahn besuchte vor der Hofübernahme die Realschule in Gifhorn, einen Lehrhof in Uetze, die Landwirtschaftsschule in Meinersen und die Bundeswehr. Zusammen mit Ehefrau Ingeborg hat er drei Kinder und sechs Enkel.

Dass der Christdemokrat dann überhaupt die Zeit hatte, sich in der Politik zu engagieren, verdanke er auch seinen Nachbarn, sagt Stieghahn - "die haben gesagt, sie helfen mir". Der Zusammenhalt im Dorf sei eben immer noch groß. Stieghahn sitzt seit 1974 mit nur zehn Jahren Unterbrechung im Gemeinderat. 1988 wurde er erstmals Bürgermeister und hatte auch dabei nur eine Unterbrechung - von 2011 bis 2016. Warum Stieghahn in diesem Amt so beliebt ist, ist nicht schwer zu beantworten: "Ich bin im Dorf aufgewachsen und habe mit fast jedem Kontakt." In nahezu jedem Verein ist der Jubilar Mitglied - er spielte einst Fußball im Sportverein und singt heute noch aktiv im Gesangverein, den er auch mal geleitet hat. Auch hat er den Vorsitz der Jagdgenossenschaft weiterhin inne.

Pläne für die Zukunft? Gerade die Geschichten von früher haben es dem heutigen Geburtstagskind angetan. "Alles, was ich noch im Kopf habe, möchte ich mal für die Nachwelt aufschreiben", sagt er.

GR 19.06.2019

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